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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 175)

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Die meisten dieser Paläste dienen heute anderen Bestimmungen, ihre

Parks sind entweder verbaut oder in" der Anlage verändert, - so sind es denn

neben der Architektur meist nur derStatuenschmuck und die auffallend häufig

angebrachten monumentalen Eisenarbciten an Thoren, Gittern, Balconen,

Oberlichten, was uns von der damaligen Ausstattung übrig geblieben ist.

Das von dem Verf. im Verein mit Dr. Kabdebo herausgegebene Werk:

nWiener Schmiedewerke des 18. Jahrhsm hat die Aufgabe, die schönsten

solcher Schruiedewerke um und in der alten Stadt im Bilde zu geben

und damit der gegenwärtigen Eisenindustrie manch" gediegenes Muster aus

jener üppigen Kunstzeit zu liefern. Indem wir nun gerne auch das erläuternde

 Wort diesen reichen Schatz schöner Ornamentmotive begleiten

lassen möchten, müssen wir aber gleich an dieser Stelle bekennen, dass

es _mit den äussersten Schwierigkeiten verbunden, ja leider fast unmöglich

ist, über die trelflichen Meister etwas Genaueres mitzutheilen, welche die

Urheber jener ausgezeichneten Leistungen gewesen sind. Die gleichzeitigen

Berichte, schon in Hinsicht auf die Geschichte der Gebäude selbst äusserst

kurz und unverlässlich, schweigen über die Entstehung der Detailarbeiten

gänzlich, mit jener Oberflächlichkeit, welche eine in grösster Ueberfülle

der Production schweigende Epoche eben charakterisirt. Der Schmied und

Schlosser jener Tage, nach den vor unseren Augen stehenden Proben seines

Könnens wohl ein Künstler ersten Ranges, war damals vom bürgerlichen

Gesichtspunkte eben nichts als ein einfacher Handwerker, dessen Namen

die eigene Bescheidenheit am Werke selbst verschwieg und um den nach

bezahlter Rechnung kein Mensch sich weiter bekümmerte; der Umstand,

dass man noch im 18. Jahrhunderte derartige Arbeiten einfach nach dem

Pfunde Eisen bezahlte, ist dafür wohl bezeichnend genug. Wenn nicht

ein glücklicher Zufall solche selten erhaltene Rechnungen dem Forscher

in die Hände spielt, dürfte in der Regel Nichts über die alten Meister zu

erfahren sein; die hiesige Zunft bewahrt kein einziges älteres Document

in ihrem Archive.

Haben die alten Schmiede und Schlosser der Barockzeit die Entwürfe

zu ihren imposanten Schöpfungen selbst geschalien oder gab es eigene

Musterblätter zur Auswahl, oder endlich, besorgte die Erfindung, wie das

heute meistens der Fall ist, der Architekt des Gebäudes? Wir halten dafür,

dass sowohl das liine wie das Andere der Fall gewesen sein möchte, ohne

zu leugnen, dass wohl die eigentlichen Künstler das hauptsächlichste

Verdienst dabei hatten, aber es kommen im 17. und 18. Jahrhundert

neben den gestochenen Schmiedewerk-Entwürfen berühmter Architekten

und Maler genug geschickt gezeichnete Blätter vor, deren Erfinder ehrsame

Meister der Zunft allein gewesen waren. Dies zeigt sich deutlich darin,

dass nicht selten der Stil der Eisenarbeiten an Architekturen aus derselben

Zeitepoche hinter diesen bedeutend zurückbleiben, also nicht vom Baukünstler,

 sondern vom conservativen Handwerker herrühren. Man sehe

in dieser Beziehung z. B. die Gitter in Fischer von Eflaclfs barocke;
            
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