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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 225)

Punkten frappant. Griechische Form und griechisches Ornament, ägyptische

Göttergestalten in schönster Gold- und Silbertauschirung auf einem matten

Grunde. Dieser Grund wäre nach dem obigen Recepte dasjenige, was wir

Niello nennen; allein die Farbe ist nur theilweise mattschwarz, theilweise

rothbraun. Letztere Färbung kann die Folge von Reparaturen sein, welche

an dem Gefäße vorgenommen worden sind, bevor es in den Besitz des

ungarischen Nationalmuseums gelangte: wenn es dabei in's Feuer gebracht

worden ist, musste wenigstens die Niellomasse in Fluss kommen, es

vollzog sich aber vielleicht auch eine Legirung der verschiedenen Metalle,

welche den Körper bilden. Man kann sich des, Manchem vielleicht barbarisch

 erscheinenden, Wunsches schwer entschlagen, dass irgend ein

Fragment zum Zweck einer genauen Analyse geopfert werden möchte.

Der Classilicirung der Vase und der dazu passenden Schale als alexandrinische

 Arbeit wird nichts entgegenzustellen sein; doch wie kamen sie

an den Neusiedler See? nDie Prolomäer hielten keltische Söldner, einer

derselben mag sie hiehergebracht habenx, meint unser Führer, und das

ist ja immerhin möglich.

Diesem gegenüber war ein anderes Prachtstück antiker Kunstfertigkeit

 postirt, der große. fast vollständig erhaltene und bewundernswlirdig

 ciselirte silberne Dreifuß römischer Herkunft, welcher im Weißenburger

 Comitat gefunden ist, und ebenfalls dem Nationalmuseum in

Pest gehört. Römische Fibeln, Ringe und Armringe, Gürtel und Ketten,

Gefäße, ein römischer Löffel, dessen Stiel kurz vor der Schale ein Knie

bildet, Helme und andere römische Gold- und Silberarbeiten in Menge

waren in den Schränken aufgestellt; dazu ein Herrn Präsidenten Rath

gehöriger etruskischer Silberkranz, welcher sich von ähnlichen im Handel

vorkommenden Gegenständen durch sorgfältige Ausführung unterscheidet.

Die kaiserliche Schatzkammer hatte die Funde von Magura -- darunter

die merkwürdige Kette mit Anhängseln in Gestalt von Geräthen und

WaEen - und von Nagy-SzL-Miklos hergeliehen. Bekanntlich werden die

in ihrer Art einzigen Flaschen, Schalen u. s. w. mit ihrer Mischung

griechischer und asiatischer Formen sassanidische genannt; und wiederum

hat der Führer eine Hypothese für das Erscheinen dieser Dinge auf

ungarischem Boden: sie können zum Schatze des Gothen Athanarich oder

des Hunnen Attila gehört haben.

Auch der großen Menge von Ausrüstungs- und Schmuckstücken,

welche theils römischen, theils wprähistorischenu Ursprunges sind, den

Ketten und Ringen, den Spangen in Gestalt von Grillen, von Thierköpfen

u. s. w.. aus rundem oder plattem Golddraht, aus Blech, nur aus Metall,

oder mit Füllungen von rothem Glasfluß etc. etc., mögen hier nur einige

Besonderheiten hervorgehoben werden. S0 die bei Sissek gefundenen

Frauendiademe aus Goldiiligran, an welchen eine Volute, deren Contur

von zackiggebogenem Draht umgeben ist, als Motiv wiederkehrt; die

Spiralen von Szarvaszö, die als dünner Draht beginnend zu immer brei-
            
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