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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 231)

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werth sind. E. 
(Sohulnaohriohte) Am 5. November fand die feierliche Eröffnung der fachlichen Fort- 
bildungsschule für Lehrlinge von Seite der Genossenschaft der Zuckerbäcker etc. in Wien 
im Festsaale des Gemeindehauses im IV. Bezirke statt. Die Eröffnungsfeier fand ihren 
Beginn durch eine Ansprache des Herrn Carl Demel, k. k. Hofzuckerblckers und 
Obmannes des Schulausschusses, welcher in kraftigen Worten auf das Zustandekommen 
der Schule durch die Mitglieder des Schulausschusses hinwies und seiner freudigen 
Hoffnung Ausdruck verlieh, dieselbe jene Fortschritte nehmen zu sehen, welche zur 
gedeihlichen Entwickelung der Lehrlinge und dazu beitragen soll, dass dieselben der- 
einst als tüchtige, intelligente Arbeiter dieser Corporation dastehen. Hierauf ergriff der 
Vorsteher dieser Genossenschaft, Herr_Paul Grininger, das Wort, um in einer warmen 
Ansprache den Vertretern derstLandesschulbehörde. welche das Zustandekommen dieser 
Schule in so liebenswürdiger Weise unterstützt und gefordert haben, den Dank auszu- 
sprechen, sowie durch einen Appell an die Mitglieder der Genossenschaft auch weiterhin 
ihre Unterstützung derselben zu gewähren, worauf er auch den Lehrkörper ermunterte, 
den Unterricht in wirklich fachlicher ,Weise zu ertheilen, damit der Zweck dieser Schule 
erreicht werde. - An die Lehrlinge, als die jüngsten Mitglieder der Genossenschaft, 
richtete derselbe aufmunternde Worte behufs fleißigen Besuchs dieser Schule und brachte 
zum Schlusse seiner Rede ein dreimaliges Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, worauf 
von einem Sängerchor die Volkshymne angestimmt wurde. Reichsraths-Abgeordneter 
Dr. Weitlof gab als Obmann der Gewerbeschul-Commission in beredter Weise seiner 
Freude über das Zustandekommen dieser Schule Ausdruck und sprach den Wunsch 
ausf, dass sie zu einer gedeihlichen, der Stadt Wien würdigen Bildungsanstalt heran- 
wachsen moge. ' 
(Schüler-Werkstätte in Penzing.) Der Ortsschulrath in Penzing hat in seiner 
am 6. October abgehaltenen Sitzung beschlossen. dem dortigen Lehrer Josef Kreibich 
ein Local bchufs Einrichtung einer Schülerwerkstätte für HandfertigkeitsUnterricht bei- 
zustellen. Es werden demnächst die beiden im schwedischen Slojd-Lehrerseminare heran- 
gebildeten Lehrer Josef Kreibich aus Penzing und Wilhelm Bauhofer aus Dobling 
Schülern aus der Penzinger Volks- und Bürgerschule Unterricht im Holzslojd (einer 
Combination von Tischler-Drechslerei und Holzschnitzerei) ertheilen. Holzslojd, das 
Resultat jahrelanger Versuche und Studien, wird von der Mehrzahl der schwedischen 
Schulen als die einzig mögliche für Schüler nutzbringende körperliche Arbeit anerkannt. 
(Neuer Lehrplan der großh. Kunstgewerbeaohule in Karlsruhe.) Der 
Lehrplan der Schule wird in Zukunft eine durchaus veränderte Form erhalten. Der all- 
gemeine, bisher in drei Jahrescursen ertheilte Unterricht für ständige Schüler soll der 
Hauptsache nach zukünftig in zwei Jahren ertheilt werden. An diesen Unterricht wird 
sich dann vom dritten Jahre an, um den_ Schülern die Möglichkeit zu eingehenderer 
Vorbereitung für ihren eigentlichen Beruf zu bieten, ein geordneter Fachunterricht in 
vier Parallelabtheilungen anreihen. Die vier neuen Fachcurse sind folgende: A. Deco- 
rationscurs für Decorationv, Zimrnen, Porzellan- und Glasmaler, Lithographen, Illustra- 
toren etc. Der Unterricht umfasst: Decorationsmalen und figürlich-ornamentale Illustration. 
B. Curs für Kleinkunst für Gold- und Silberschmiede, Kunstschmiede, Graveure, 
Lederarbeiter, Buchbinder, Musterzeichner für Textilarbeiten und Tapetenfabrication. 
Der Unterricht umfasst: Zeichnen und Entwerfen von Metallarbeiten. keramischen Ar- 
beiten, Textilmustern, Tapeten und Arbeiten in Bein, Leder, Stroh etc. C. Archi- 
tekturcurs für Musterzeichner der Möbelindustrie, Schreiner, Drechsler, Tapezierer etc. 
Der Unterricht umfasst: Architektur- und Mobelzeichnen. D. Modellircurs für Bild- 
hauerj, Modelleure, Holzschnitzer. Steinhauer, Stuccateure, Vergolder etc. DerUnterricht 
umfasst: Modelliren in Thon und Wachs, sowie Holzschnitzen. 
.(0berbanrath Gnsuth 1'.) Die Nachricht von dem frühen Hinscheiden des ver- 
dienstvollen Directors der Nürnberger Kunstgewerbeschule ist geeignet, bei allen Freunden 
des Kunsthandwerkes Betrubniss zu erregen. Geboren t. Juli 1840 in Stuttgart als Sohn 
eines Kupferstechers, war Gnauth nach Absolvirung des Polytechnicums durch einige Zeit 
beim Eisenbahnbaue praktisch thatig. Studienreisen in Italien und spater in Griechen- 
land haben bei ihm, der auch als Maler schatzenswerthes Talent sein Eigen nennen konnte, 
stets mehr die künstlerische, als die rein technische Seite seines reichen Könnens in 
Vordergrund gebracht, was sich auch an den spateren von ihm geleiteten Privat- und Palast- 
bauten in vortheilhaftester Weise geltend macht. Er war es auch, der neben Ferdinand 
Laufberger sich urn Wiederaufnahme der Sgraffito-Decoration inDeutschland wesentliche 
Verdienste erwarb. Seit 1877 zum Director der Kunstgewerbeschule in Nürnberg ernannt, 
hat er sich durch literarische Productionen um die künstlerische Erziehung verdient 
gemacht, besonders im Verein mit Lesker durch Herausgabe des Maler-Journals, welches
	        

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