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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 2)

herahhängen. Die beiden Enden des Halsbandes zeigen ornamentale

Schlussstücke aus Gold mir je einem Ringelchen. M Von den Ohrgehängen

ist ein Paar reicher (Fig. 4), das andere einfacher gestaltet. Den Kern

beider bilden Smaragde in der üblichen Goldumrahrnung, an dieser hängt

bei einem Paare noch ein Querstäbchen als Träger dreier Anhängsel mit

großen Smaragden, Rubinen und einer Perle, beim anderen Paare hängt

nur ein Smaragd, allerdings ein ungewöhnlich großer, direct von der

Urnrahmung herab.

Obwohl dieser Schmuck aus einem Schatze stammt, der ohne

Zweifel Eigenthum einer, mindestens für provinziale Verhältnisse, vornehmen

 Dame war, ist er doch nicht so fein gearbeitet, wie es bei

Stücken ersten Ranges der Fall zu sein pflegt. Der Herausgeber betont

nachdrücklich, dass die Goldarbeit an vollendeter Ausführung manches

zu wünschen übrig lasse. Nichtsdestoweniger haben wir hier unbeschadet

aller Aehnlichkeit mit unseren Schmuckstücken eine Leistung höheren

Ranges vor uns, der etwa eine mittlere Stellung in der Reihe der

Juwelierarbeiten jener Zeit zukommt. Dieser Schmuck nun ist, da mit

demselben ein ansehnlicher Münzfund gemacht wurde, genau datirbar.

Die jüngsten unter den Münzen waren aus der Zeit des Septimius

Severus (193-211 n. Chr.), während zwei von den Armbändern das

Bildniss des Commodus (180-192 n. Chr.) trugen. Die Eigenthümerin

muss also zu Ende des z. Jahrhunderts gelebt haben. Fügen wir hinzu,

dass die an erster Stelle beschriebenen Kostolatzer Ohrgehänge (1.)

nach der Inschrift desßarkophagesi), worin sie gefunden wurden, ungev

fähr derselben Zeit angehören, so dürfen wir die letzten Decennien

des z. und die ersten des 3. Jahrhunderts als die Zeit bezeichnen,

 innerhalb der die Schmuckstücke unserer Ausstellung

 entstanden sein dürften.

Aber keineswegs erst seit dem z. Jahrhundert datirt die Beliebtheit

des Edelsteinschrnuckes bei den römischen Frauen. Ein ausgedehnterer

Gebrauch der Edelsteine begann schon in den letzten Jahren der Republik,

 und nahm von da ab immer m'ehr zu, je mannigfaltiger und lebhafter

sich die Beziehungen zum Orient gestalteten. Lollia Paulina die Gemahlin

des Caligula (37-41 n. Chr.) trug bereits bei gewöhnlichen Gelegenheiten

 Smaragde und Perlen im Werthe von 40 Millionen Sesterzen, das

sind beinahe 3 Millionen Thaler. Es ist ferner erwiesen, dass die Beliebtheit

und Werthschätzung der Edelsteine auch unter der römischen Bürgerschaft

 bereits im ersten Jahrhundert eine außerordentlich große war.

Was speciell den Smaragd betriift, so stand er im Rang an dritter Stelle

und kam gleich nach den Diamanten und Perlen. Für die Beurtheilung

i) SUPPlGlIh-Blhd des C. J. L. lll, 813:.
            
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