nisch untrennbar von ihr, und zeigt nur bei ganz missrathener Waare
auf der Fläche wahrnehmbare Risse oder Sprünge, häufiger dagegen
schaumige, matte oder blasige Stellen.
Macht man dünne SchliEe von Poreellan, und betrachtet sie unter
dem Mikroskop, so sieht man, dass es eine von unendlich vielen Kry-
stallnadeln von äusserster Kleinheit erfüllte Masse ist, von deren Licht-
redex und Liehtbrechung seine Undurchsichtigkeit herrührt. Seine
ausserste Begrenzung nur ist krystallfrei und durchsichtig, amorph wie
es die Eigenthiimlichkeit des Glases ist.
Die Herstellung dieser Glasuren ist denn auch, wenn wir bei den
feinsten Sorten der beiden Classen von Waaren, der Fayenee und dem
Porcellan, stehen bleiben, ziemlich verschieden und die Unterschiede des
Haftens und Verbundenseins an und mit der Masse erklären sich leicht,
wenn man die Natur der beiden Arten von Waaren sich überlegt.
Die Fayence ist ein nur so weit verglühter Thon, dass die Masse
in Folge des Gehalts an Flussmitteln sowohl, als vermöge des Verhal-
tens der kieselsauren Thonerde an sich, nur eben gesintert ist. Dazu
genügt eine nicht sehr hohe Temperatur, die Rothglühhitze nicht über-
steigt. Diese Hitze muss aber genügen, auf die vorgebrannte Waare die
Glasur aufzuschmelzen, d. h. diese Glasur darf an sich keinen hohen
Schmelzpunkt besitzen, sie muss' ein leicht flüssiges Glas sein oder die
Materialien eines solchen enthalten, und diese Bedingung erfüllen fast
nur die Bleigläser, Doppelsilicate von kieselsauren Erden und kiesel-
saurem Bleioxyd, die am leichtesten sehmelzbarcn Gläser die es über-
haupt gibt. Die Materialien hierzu sind Mennige, Quarz und Thon, die
innigst gemischt und auf's feinste gepulvert als dünner Schlamm auf die
verglübte Waare gebracht werden, die man, nachdem sie abgetrocknet
ist, nochmals glüht, so dass nun dieses Glas auf sie verschmilzt. Der
Kern der Waare, ihre Masse, ihr Fleisch, bleibt dabei völlig ungeschmolzen
und porös, und sie erhält nur einen dünnen gedossenen, hautartigen
Glasüberzug.
Ganz anders ist dagegen das Verbältniss der Porcellanrnasse zu
seiner Glasur. Diese Masse wird so hoch erhitzt, dass die Flussmittel
schmelzen, dadurch das Ganze in einen erweiehten Zustand geräth und
alle Poren ausgefüllt sind.
Die Glasur muss in dieses Verschmelzen mit einbezogen werden,
und zwar muss sie zu einem vollkommenen Glase schmelzen bei jener
Temperatur, bei der die Masse gerade weich und durchscheinend wird.
Sie bildet dann einen homogenen, von ihrer Unterlage nicht unter-
seheidbaren Ueberzug, und es ist leicht einzusehen, dass sie darum ganz
anders haftet, als die Glasur der Fayence. i
Alles kommt darauf an, ihren Zusammenhang so zu reguliren, dass
ihr Schmelzpunkt mit dem Erweichungspunkt der Masse zusammenlällt,