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Full text : Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 87)

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ANMERKUNGEN 3 - 4

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bestätigt, daß diese Gruppe, auf die sich

die kapriziöse Phantasie des Künstlers

konzentrierte, die Aufmerksamkeit des

Beschauers mehr anzieht als die Hauptgestalten

 der Szene, der König und der

Bischof.

Auch die Gestalt des Reiters auf dem sich

bäumenden Pferd in der Mitte zwischen

der Premysl- und FerdinandaSzene ist mit

Hilfe des farbigen Lichts über ihre Umgebung

 hinaus hervorgehoben. Es handelt

sich hier überhaupt um das glänzendste

Motiv des ganzen Freskos und zugleich

um den phantastischsten „Schimmelreitef

von Maulbertsch aus den fünfziger und

sechziger Jahren.

Die suggestive Wirkung dieses Motivs liegt

auch da in der extremen Steigerung der

malerischen Mittel sowie der Kontraste.

Da jedoch der Reiter in dem „Programm"

des Freskos, wie wir noch später hören

werden, wohl eine wichtige Rolle zu spielen

hat, kann hier die malerische Intensivierung

als inhaltlich motiviert gelten und ist daher

letzten Endes frei von dem Anflug des

Selbstzwecks, der der PageaHöfling-Gruppe

eigen war. Malerische Exklusivität verrät

sich jedoch in zahlreichen weiteren Motiven

des Freskos, z. B. in einem Detail in der

unmittelbaren Nähe des Reiters, in den

lichterfüllten Gesichtern eines Greises und

eines Jünglings, die den Eindruck erwecken,

 als 0b sie nur flüchtig durch eine

Spalte zwischen der Fahne des Reiters und

dem königlichen Zelte erblickt worden

wären. lhre malerische Ausführung überrascht

 durch die radikale Lockerung der

Pinselfaktur, da sie durch unregelmäßige

Flecke von hellen Tönen bloß angedeutet

sind, was zweifellos zu dem beinahe spontanen

 Charakter dieses Motivs beiträgt.

Mit dem blendenden Farbenreichtum des

Reiters kontrastiert der anschließende Teil

der benachbarten Ferdinand-Szene, den

Maulbertsch in fein verschleiertem Kolorit

ausgeführt hat. Die Figuren der beiden

Prälaten, die vor Ferdinand II. treten, wie

auch die allegorische weibliche Gestalt, die

sie an den Kaiser empfiehlt, sind förmlich

in einer Skala von zarten bläulichen, violetten

 und grünlichen Tönen entworfen,

die der Maler mit offensichtlicher Freude

an der Farbe als solcher variiert, kontrastiert

 und mischt. Bei der benachbarten

Gestalt des Kaisers, seinem golden glanzenden

 Gewand und himbeerroten Mantel

wird die Farbe plötzlich intensiver, während

die Beinkleider und Strümpfe wieder gedämpft

 in silbrigem Grün ausgeführt sind.

Auch beim Mantel des Kaisers geht in

seinem unteren Teil das Rot in einen

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