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Full text : Ein Ausflug nach Berlin

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besonders  durch  Waagen  1842,  fanden  statt;  der  letzte  größere  Ankauf
war  die  Glassammlung  Guastalla  im  Jahre  1872.
Nach  Ueberftihrung  der  Abtheilungen  der  k.  Kunstkammer  war  1876
aller  Hof-  und  Staatsbesitz  an  kunstgewerblichen  Gegenständen  im  Gewerbemuseum ­
  vereinigt,  kleinere  Gruppen  waren  bereits  früher  aus  der  k.
Gewerbeakademie  und  der  königl.  Bauakademie  überwiesen  worden.  Von
größeren  Ankäufen  in  den  folgenden  Jahren  sind  noch  zu  nennen:  1876
die  Sammlung,  welche  Dr.  Rein  in  Japan  im  Aufträge  der  kgl.  Staatsrcgicrung
  angelegt  hatte;  1878  die  Sammlung  Möst  in  Köln,  mittelalterliche ­
  Möbel;  1878  die  Sammlung  S  chn  titg  en  in  Köln,  frühmittelalterliche
Stoffe;  1879  die  große  chinesisch-japanische  Sammlung  des  Herrn  von
Brandt.

Ueberdies  sind  dem  Museum  seit  seinem  Bestehen  vom  deutschen
Kaiser,  dem  Kronprinzen,  der  Kronprinzessin  eine  grosse  Anzahl  werthvoller ­
  Geschenke  zugekommen.  Unter  den  Privaten,  welche  sich  in  dieser
Beziehung  besonders  hervorgethan  haben,  sind  die  im  Jahre  1868  vom
Herrn  Dr.  J  agor  dem  Museum  gewidmete  Sammlung  slavischer,  ägyptischer,
türkischer  und  indischer  Arbeiten  und  die  bereits  erwähnte  Sammlung
des  Herrn  von  Brandt  in  erster  Linie  zu  nennen.
Wie  bereits  früher  angedeutet  wurde,  ist  das  Kunstgewerbemuseum
in  Berlin  aus  den  im  November  1867  von  einem  Verein  als  »deutsches
Gewerbemuseum«  gegründeten  Institute  hervorgegangen.  Das  Kunstgewerbemuseum ­
  ist  ein  von  der  königl.  Staatsregierung  subventionirtes
und  unter  unmittelbarer  Aufsicht  derselben  stehendes
Privat-Institut.  Seinen  jetzigen  Titel  erhielt  es  im  Jahre  1879.  Das
Museumsgebäude  selbst  ist  gänzlich  Eigenthum  der  Staatsregierung.
Aus  dem  bisher  Gesagten  geht  hervor,  dass  das  Museum  theilweise
von  einer  Gesellschaft  abhängig  ist,  deren  Mitglieder  entweder  durch
Ankauf  eines  Antheilscheines  in  der  Höhe  von  3oo  Mark  oder  durch  einen
Jahresbeitrag  von  mindestens  18  Mark  das  Recht  der  Mitgliedschaft
erworben  haben.  Daher  erklärt  es  sich  auch,  dass  an  der  Spitze  des
Museums  ein  Vorstand  steht,  der  aus  19  Mitgliedern  gebildet  ist,  von
denen  acht  die  königl.  Staatsregierung  nominirt,  acht  in  der  Generalversammlung ­
  gewählt  und  drei  von  den  Behörden  der  Stadt  Berlin  deputirt
sind.  Als  Generalbevollmächtigter  und  als  Leiter  des  Museums  fungirt  der
erste  Director,  Herr  Architekt  Grunow,  der  sich  auch  um  die  Begründung
des  Museums  die  größten  Verdienste  erworben  hat.
Ich  zweifle  keinen  Augenblick,  dass  diese  etwas  unklare  Stellung  der
Leitung  des  Instituts,  welche  die  Wirksamkeit  des  Museums  auch  nach
aussen  vielfach  hemmt,  in  kurzer  Zeit  verändert  werden  wird  und  dass
die  ganze  Leitung  der  Anstalt  in  die  Hände  der  Staatsregierung  übergehen
wird.  Es  ist  dies  der  natürliche  Gang  der  Dinge  und  zugleich  dasjenige,
was  im  Interesse  des  Kunstgewerbemuseums  gelegen  ist.
            
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