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MAK

Full text : Jahrgang 3 (1911) (3)

Internationale  Sammler-Zeitung.

Hummer  3

Seite  45

gung  oon  25  u.  H.  (  =  200  Alk.)  gewährt  werden.  einige  Vorzugsdrucke ­
  auf  Original-Japanpapier  zum  Preise  uon  1200  111k.  und
enentuell  einige  Abzüge  auf  Pergament,  in  lllappen,  zum  Preise
oon  2400  Alk.  werden,  leßtere  aber  nur  auf  WunsJi  und  nur  in
der  Höhe  der  bis  zum  Beginn  des  Druckes  einlaufenden  Bestellungen,  j
hergestellf,  Desgleichen  ist  für  einen  kimstuollen  ginband  im  Stile  j
des  15.  Jahrhunderts  zum  Preise  uon  128  111k.  für  die  Exemplare  (
der  gewöhnlichen  und  520  )Tlh.  für  die  der  fuxusausgabe,  Sorge  !
getragen,  einige  Exemplare  werden  zum  blattweisen  Verkauf  (zum
Preise  uon  1,60  Alk.  pro  Seite)  reseruiert,  um  Bibliotheken,  die
unoollständige  Exemplare  der  Originalausgabe  der  42zeiligen  Gutenberg-Bibel
  besißen,  Gelegenheit  zu  geben,  diese  zu  komplexeren,  j
oder  um  eine  Auswahl  uon  Blättern  in  llluseen  zur  Schau  zu  stellen  u.  a,
Ausführliche  Prospekte  sind  oom  Verleger  H.  Weiter,  Paris,  Rue
Bernard-Palissy  4,  kostenlos  zu  beziehen.
(Dickens-Reliquien  unter  dem  Hammer.)  Aus  Condon
  wird  uns  berichtet:  Seif  der  Zeit,  da  uar  40  Jahren  zum
ersten  JTlal  allerlei  Gegenstände  aus  dem  persönlichen  Besiß  uon
Dickens  uerkauft  wurden,  ist  das  Interesse  des  Publikums  für  [
Dickens-Reliquien  immer  mehr  gewachsen.  Der  kürzlich  gestorbene  j
Teilhaber  der  Condoner  Auktionsfirma  Christie,  Air  Wood,  hatte
den  Plan  gefolgt,  eine  Reihe  uon  Dickens-Reliquien  zu  Bereinigen
und  dann  zur  Versteigerung  zu  bringen.  Die  nun  erfolgte  Ausführung
dieser  Absicht  ist  ein  neuer  Beweis  dafür,  wie  gewaltig  das  Interesse
für  den  großen  Dichter  in  den  lebten  Jahrzehnten  gewachsen  ist.
Zum  Verkauf  stand  damals  der  ausgesfopfte  Rabe  Grip,  um  den
schon  in  jenen  Tagen  ein  harter  Kampf  entbrannte.  Diesmal  stritten
sich  die  Dickens-Verehrer  um  das  Rednerpult,  das  Dickens  bei  seiner
amerikanischen  Vorlesungstournee  benußte,  die  er  kurz  oor  seinem
Tode  unternahm.  Das  schmucklose,  einfache  Brettergestell  erzielte
600  Alk.  für  einen  alten,  zerbrochenen  Korbstuhl,  den  Dickens  in
seinem  Bureau  in  der  Wellington  Street  benußt  haben  soll,  wurden
65  Alk,  bezahlt,  und  eine  alte  Brille  des  Dichters  fand  für  45  Ulk.
einen  Ciebhaber.
(Angebliche  Auffindung  eines  Alanuskripts  llachtigals
  in  Abeschr.)  Als  die  franzosen  Abeschr,  die  Hauptstadt  \
uon  Wadai,  erobert  hatten,  kam  die  Aachricht  nach  Europa,  daß
im  Palast  des  Sultans  ein  AJanuskript  uon  nachtigal  gefunden  |
morden  sei  In  Wirklichkeit  wurde,  wie  Eharles  Rabot  in  Paris
der  „Zeitschr.  der  Ges.  für  Erdkunde  zu  Berlin“  mitteilt,  am  2.  Juni
1000  bei  der  Eroberung  oon  Abeschr  uon  Hauptmann  Baurreau
ein  gedrucktes  Werk  gefunden.  Es  ist  dies  ein  fragment  einer  J
Sammlung  nautischer  Hilfstafeln.  Eine  menge  Seiten  daoon  sind
oerschwunden;  der  Rest  beginnt  mit  5.  7  mit  einer  Cogarithmen-  j
tafel  und  reicht  bis  S.  58.  Dann  folgt  S.  255  Tafel  XXVI  „Wahre  j
Zeit  des  Auf-  und  Unterganges  der  Sonne“.  Die  Tafeln  seßen  sich  j
bis  S.  504  lückenlos  fori;  die  leiste  trägt  die  ITummerXXXM  und  j
hat  den  Titel  „Hafenzeit“.  Daran  schließt  sich  ein  Verzeichnis  uon  !
Verbesserungen.  Der  Hauptmann  Bourreau  glaubt,  daß  das  frag-  |
ment  aus  dem  Besiß  entweder  uon  Vogel  oder  uon  nachtigal
herrühre.  Charles  Rabot  glaubt  ersteres,  da  eine  Tabelle  XXXiV'
Breite  und  Tange  der  merkwürdigsten  Seestädte,  Küsten,  Inseln,
felsenbänke  usw.  für  die  Küste  uon  Grönland  noch  nicht  die  Angaben ­
  oon  Duner  und  £.  A.  Aordenskiöld  oom  Jahre  1865  enthält.
Die  „Zeitschrift  der  Gesellschaft  für  Erdkunde  zu  Berlin“  bemerkt
hierzu:  Wir  teilen  Herrn  Rabats  Ansicht,  dafj  eine  Reliquie  uon
Vogel  uorliegt,  der  1856  in  der  llähe  uon  Abeschr  ermordet  wurde,
da  die  fraginente,  wie  uns  Herr  Dr.  Wedermeyer  uon  der  nautischen
Abteilung  des  Reichsmarineamts  mitteilt,  offenbar  Teile  der  fünften,
1850  eischienenen  Auflage  des  Handbuchs  der  Schiffahrtskunde,  im
Aufträge  der  Hamburger  Gesellschaft  zur  Verbreitung  mathematischer ­
  Kenntnisse  oerfaßt  uon  C.  Rümker,  sind  möglicherweise
auch  uon  der  schon  1844  erschienenen,  mutmaßlich  gleichlautenden
oierfen  Auflage.“
(Eine  kostbare  Tapete.)  Kürzlich  entdeckte  das  Alitglied
einer  Condoner  Kunsthändlerfirma  in  einem  alten  Hause  in  Cornwall ­
  ein  Stück  prächtig  gewirkter  Arras-Tapete,  das  in  einer  Kiste
oersteckt  war.  Es  stellte  sich  heraus,  daß  die  Tapete  zu  der  berühmten ­
  Garnitur  oon  sieben  oder  neun  Panneaux  gehörte,  die  einst
Karl  der  Kühne  dem  König  Richard  1  TT.  schenkte  und  die  Kardinal
Wolsey  1521  für  einen  Palast  in  Hampton  Court  erwarb.  Die
folge  trägt  den  Titel  „The  Story  of  t.lie  VII  Deadly  Synnes“.  Es
hängen  in  Hampton  Court  nach  ein  ganzes  Panneau  und  Teile  uon
zwei  anderen.  Das  kürzlich  aufgefundene  Stück,  offenbar  nur  ein
halbes  Bild,  wurde  1848  in  Cornwall  auf  einer  Auktion  für  30
Schilling  losgeschlagen.  Jn  Condon  erzielte  cs  nicht  weniger  als
152.000  111k.,  für  welchen  Preis  es  uon  einem  englischen  Sammler
erwarben  wurde.

museen.
(Hofrat  August  o.  Schaeffer.)  Der  Direktor  der  Gemäldegalerie ­
  im  Wiener  Kunsthistorischen  Hofmuseum,  Hofrat  August
Schaeffer  ist  in  den  Ruhestand  getreten  und  aus  diesem  Anlasse
in  neuerlicher  Anerkennung  seiner  uorziiglichen,  stets  mit  hingebungsool'em
  Eifer  geleisteten  Dienste  oom  Kaiser  in  den  Adelsstand ­
  erhoben  worden.  Hofrat  u.  Schaeffer  hat  sich  sowohl  als
Candschaffsmaler  wie  auch  als  Güleriedirektor  die  Sympathien  aller
Kunstfreunde  erworben  Troßdem  er  uor  kurzem  den  77.  Geburtstag ­
  gefeiert  hat,  schafft  er  rastlos  in  dem  hübschen  Prioatafelier
im  Aluseum,  und  seine  Gemälde,  für  die  er  mit  Vorliebe  Pratermotiue
  wählt,  gehören  zu  den  schönsten  Stücken  der  Künstlerhausausstellungen. ­
  An  die  Stelle  des  imposanten,  des  „heroischen“
Waldes  seiner  Jugendepoche  ist  die  intime  Candschaft  getreten,
Bäume  neben  einem  Teich,  bewölkter  Himmel,  stimmungsuolle
Staffage.  Hofrat  o.  Schaeffers  Gattin  Emilie  ist  eine  bekannte
Emailmalerin.  Als  llachfolger  o.  Engerths  übernahm  Schaeffer
die  Direktion  der  kaiserlichen  Gemäldegalerie;  troßdem  er  nicht
Kunsthistoriker  oon  fach  ist,  uerstand  er  es,  wichtige  Arbeiten  für
die  Galerie  zu  leisten  und  sowohl  alte  wie  auch  moderne  Kleister
für  dieselbe  zu  erwerben.  Die  wichtigste  Arbeit  Hofrat  u.  Schaeffers
als  Direktor  war  die  Einrichtung  uon  kleinen  Oberlichtsälen  im
zweiten  Stockwerke  des  JTluseums  und  die  Entlastung  der  großen
Räume  des  ersten  Stockwerkes  durch  Zusammenstellung  kleiner
stimmungsooller  Kollektionen;  nicht  bloß  alte  Schlachtenmaler,  auch
Defregger  und  andere  Künstler  unserer  Zeit  befinden  sich  derzeit
im  zweiten  Stockwerk  und  wirken  in  den  intimeren,  einfacher  ausgestatteten ­
  Sälen  wunderschön.  Hofrat  u.  Schaeffer  hat  auch  als
Kunstschriftsteller  einen  guten  llamen;  sein  Werk  über  die  Alaler
des  neunzehnten  Jahrhunderts  in  der  Galerie  ist  sehr  oerdienstuoll.
Auch  unser  Blatt  erfreute  sich  der  gelegentlichen  Alifarbeiterschaft
des  Hofrates.  Jn  Ar.  2  ihres  ersten  Jahrganges  brachte  die  „Internationale ­
  Sammler-Zeitung“  einen  Artikel  über  den  Alaler  friedlich
Coos  aus  der  feder  Schaeffers.  Hofrat  u.  Schaeffer  übergibt  das
Direktoramt  seinem  Sfelloertreter  Dr.  Güstau  Glück,  einem  bekannten ­
  Kunsthistoriker  der  Wiener  Schule.
(Ein  Gewerbemuseum  in  Salzburg.)  Alan  berichtet
uns  aus  Salzburg:  Am  21.  Januar  abends  fand  bei  der  Candesregierung
  unter  dem  Vorsiße  des  Candespräsidenten  Grafen  Schaffqotsch
  eine  Sißung  des  Kuratoriums  des  „Kaiser  franz  Josef  I.-Gewerbemuseum
  in  Salzburg“  statt.  Da  die  Saßungen  des  ITluseums
  bereits  die  behördliche  Genehmigung  erhallen  haben,  konnte
an  die  Konstituierung  der  Direktion,  des  geschäftsführenden  Organes
des  Aluseums,  geschritten  werden.  Vor  Eingang  in  die  Tagesordnung
gedachte  der  Candespräsident  in  Worten  wärmster  Anerkennung
der  Verdienste,  welche  sich  die  Herren  Ehrenpräsident  der  Handelsund ­
  Gewerbekammer  Hudmig  Zeller  und  R.-  und  C.-Abg.,  Heiter  des
Gewerbeförderungsinstitutes  Anton  Hueber  und  uor  allem  der
Direktor  des  österr.  Aluseums  für  Kunst  und  Industrie  in  Wien
Hofrat  Dr.  Eduard  Ceisching  um  die  Gründung  des  Institutes
bisher  erworben  haben.  Die  Wahlen  in  die  Direktion  ergaben
folgendes  Resultat:  Direktor  Staafsgewerbeschuldirektor  Wilhelm
Dworzak,  Schriftführer  Professor  Josef  Schubauer,  Kassier
Handelskammerrat  Hans  Junger,  Beiräte  die  Herren  fachschuldireklor
  Hubert  Spannring  (Hallein),  Alaler  Jakob  forster  und  Juwelier ­
  franz  Holter,  Rechnungsprüfer  die  Herren  Handelskammerpräsident ­
  Biebl  und  Bürgermeister  Berger.  Sämtliche  funktionäre
wurden  für  die  Dauer  eines  Jahres  gewählt.
(Das  Alusee  Guimet  in  Paris),  das  seit  Jahren  an  Plaßmangel
  leidet,  wird  alle  orientalischen  Kunstwerke,  die  in  den
Pariser  Alagazinen  schlummern,  nach  Cyon  überführen  und  in  dem
alten  Stammhause  des  lllusee  Guimet,  in  dem  zurzeit  ein  Eispalast
unfergebracht  ist,  daß  nun  aber  uon  Guimet  neu  erworben  worden
ist,  zur  Aufstellung  bringen.  Durch  diese  Dependance  des  Pariser
Aluseums  wird  die  Stadt  Cyon,  in  der  dieses  Aluseum  uor  40
Jahren  gegründet  wurde,  uon  neuem  wieder  ein  orientalisches
Aluseum  haben.
(Das  deutsche  llluseum  der  Haruard-Uniuersität.)
Per  bekannte  Brauereibesißer  in  St.  Couis  Adolphus  Busch  überwies ­
  der  llew-Dorker  Hauard-Uniuersität  weitere  100.000  Dollars
für  den  lleubau  eines  deutschen  ITluseums.  Die  Unioersität  hat
beschlossen,  das  Hall-iTluseum,  mit  dessen  Bau  begonnen  worden
ist,  Germanic  llluseum  „Adolphus  Busch“  zu  nennen.
            
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