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Internationale Sa m m 1 e r - Z e i t u u g.
Nr. 3
Galeriedirektor in Mannheim Muße zu künstlerischen Arbeiten
fand, und seine zweite Ehe, die er mit einer Bremer Dame
schloß, brachte ihn wiederholt mit der Nord- und Ostseeküste
in Berührung. Katwyk, Vegesack, Wiek, Norderney, Rügen und
Stralsund waren seine Studienorte. Mit besonderer Vorliebe aber
weilte er in Oberbayern und Tirol. Seine Hochgebirgsbil&er mit
Tierstaffage zeichnen sich aus durch ein lebendiges, kniffiges
Kolorit und ein liebe volles Erfassen der Hochgebiigsiiatui.
Nie ist bei ihm die Staffage nur Staffage. Immer erscheinen die
Tiere als ein integrierender Teil der Landschaft. Aus dem Nachlasse
Bürgels gelangen auch zur Versteigerung: »In der Sonne«,
ein frühes Bild von Wilhelm T r ii b n e r aus dem Jahre 1871,
eine Studie zur »Schlacht am Iselberg« von Egger-Lienz,
ferner einige Strandbilder von Hermann B a i s c h, Landschaften
von Otto Seltzer, eine Winterlandschaft von Adolf Stadem
a n n, ein »Hirsch« von Ludwig Voltz u. a. Aus dem Nachlasse
Direktor Freys: zwei Landschaften von Hans von Bartels
sowie Arbeiten von Heinrich H e i n I e i n, Ch. F. Mali
und Charles und Louis H o g u e t.
(Auktionen bei Boerner in Leipzig.) Die
Firma C. O. Boerner in Leipzig teilt uns mit, daß sie in
der ersten Woche des April drei wertvolle Sammlungen versteigert.
Zunächst eine Sammlung englischer und französischer
Blätter des 18. Jahrhunderts aus dem
Rheinland. Im Umfang von 500 bis 600 Nummern enthält
diese Sammlung nur gewählte, zum Teil äußerst kostbare
Blätter dieser Zeit, darunter zirka 150 englische und französische
Farbendrucke. Insbesondere die Engländer sind mit einer
großen Reihe berühmter Hauptblätter vertreten: nach Morland,
Wheatley, Cosway, Bunbury, Cipriani, Kauffmann, Reynolds,
Hoppner, gestochen von Bartolozzi, I. R. Smith, Ward,
Schiavonetti, Caräon, Nutter, u. s. w. Französische Blätter
von Boilly, Debucourt, Descourtis, Huet, Bandouin, Lavrence,
Boucher, Fragonard, Janinet, ferner einer Sammlung schöner,
vielfach farbiger Sportblätter, Lithographien von Daumier, Gavarni,
Reffet u. a Die folgende Auktion bringt eine B i b 1 i ot'hek
aus österreichischem Besitz, die hauptsächlich
Holzschnittwerke und andere illustrierte Drucke des 15.
bis 18. Jahrhunderts enthält, darunter zahlreiche Seltenheiten
und viele interessante, sonst nicht vorkommende Werke. Erwähnt
seien: ein vollständiges Exemplar des Wiener Heiltumbuches,
bei Winterburger in Wien, dem ersten Drucker
von Oesterreich, gedruckt. Ein ganz komplettes und unkoloriertes
Exemplar des Scliatzbehalters mit den Holzschnitten von
Wolgemut, dem Lehrer Dürers, zahlreiche frühe Manuskripte,
eine kostbare Sammlung von Aldus- und Elzevier-Drucken,
die besonders durch ihre tadellose Erhaltung, meist in den
Einbänden der Zeit, hervorstechen. Der dritte Versteigerungskatalog
beschreibt eine überaus kostbare Sammlung von
Musikwerken des 15. bis 18. Jahrhundert s. Diese
Sammlung dürfte wohl bei weitem die schönste und wertvollste
sein, die in. dieser Art im Privatbesitz existiert. Sie
enthält eine ganze Anzahl früher Drucke, die nur in den hier
vorkommenden Exemplaren bekannt sind, und viele Bücher,
die den öffentlichen Sammlungen — sogar dem British-Museum
fehlen, wie denn die Bestände der öffentlichen
Sammlungen gerade auf diesem Gebiet, wo fast jedes Werk
eine Seltenheit ist, meist recht lückenhaft sind. Auch äußerlich
präsentiert sich die Sammlung, die fast durchgehend tadellose,
kostbar gebundene Exemplare enthält, ungewöhnlich
schön. Von großen Seltenheiten seien hervorgehoben: das
einzig bekannte Exemplar von Schlicks Spiegel der
Orgelmacher, 151!, bei Peter Schöffer gedruckt; das ungemein
seltene Lautenbuch des Wiener Lautenisten Hans
Judenkönig, eine komplette Serie aller acht Gafuri-Drucke,
kostbare Lautenbücher von Jopin, Schmidt, Voltz u.
v. a. Viele musikalische Erstdrucke, darunter Beethovens
erstes Werk: die drei Sonaten für Klavier, die der Meister
1783 dem Erzbischof und Kurfürsten Maximilian Friedi
ich von Köln gewidmet hat. Der Druck ist viel seltener
als die viel später erschienenen und als Opus I bezeichneten
drei Trios. Auf eine große Anzahl Werke Philipp Emanuel
B a c h s sei noch besonders hingcw'iescu. Die drei Kataloge
werden in der Zweiten Hälfte des Februar erscheinen.
(Auktion von Schmuckgegenständen.) Aus
Paris wird uns gemeldet: In der Galerie Georges Petit
wurden die angeblich einer Frau X. gehörigen Schmucksachen
von außerordentlichem Wert versteigert. Der Höchstpreis,
1,205.000 Franken, wurde für ein vierreihiges Perlenhalsband
von 240 großen Perlen mit Brillantendekorationen und
ein Schlußstück mit drei sehr großen Perlen erzielt. Ein anderes
Perlenkollier von 68 Perlen mit Smaragden und Brillanten
wurde für 347.000 Franken, eine Rivicre von 67 Brillanten
fiu 87.000 Franken verkauft. Eine große Reihe anderer
Schmuckstücke, Perlenkolliers, Broschen, Armbänder, Pendantifs
u. s. w. erreichten Preise von 15.000 bis 40.000 Franken.
(Die Sammlung Gieldzinski-Danzig.) Bei
der Versteigerung der Sammlung Gieldzinski durch Rudolf
Lepke in Berlin wurden folgende namhafte Preise erzielt:
Nr. 22 Rokoko-Spiegelkonsole, 18. Jabrh. Mk 620, Nr. 30 Flach.
Wandschränkchen, 18. Jalirh. Mk. 855, Nr. 36 Kleines Eichenholzschränkchen,
Danzig Mk. 510, Nr. 37 Eichenholzschrank,
Süddeutsch, 17. Jahrh Mk. 930, Nr. 38 Anrichte, Norddeutsch,
Mitte 17. Jahrh. Mk. 750, Nr. 50 Pfeiterschrank, Danzig,
18. Jahrh. Mk. 1250, Nr. 51 Wandschränkchen, Norddeutsch,
17. Jahrh. Mk. 700, Nr. 52 Pfeilerschrank aus Eichenholz
Mk. 760, Nr. 58 Boudoirtischchen, Französisch, Mitte 18, Jahrh.
Mk. 4650, Nr. 60 Stutzuhr, Ende 17. Jahrh. Mk. 1250, Nr. 61
Großer Tisch, Danzig, 1612 Mk. 6600, Nr. 62 Großer Tisch,
Danzig, 17. Jahrh. Mk. 2450, Nr. 63 Großer Nußholzschrank,
Danzig, 17. Jahrh. Mk. 8800, Nr. 64 Nußholzkommode, 18. Jahrh.
Mk. 650, Nr. 65 Modell eines Renaissanceschrankes, 17. Jahrh.
Mk. 750, Nr. 66 Großer Nußholzschrank, Danzig, 17. Jahrh.
Mk. 5000, Nr. 67 Rokokokommode, Französisch, Mitte 18.
Jahrh. Mk. 2600, Nr. 68 Rokokokommode, Danzig, 18. Jahrh.
Mk. 630, Nr. 70 Eichenholztruhe, Mitte 17. Jahrh. Mk. 1100,
Nr. 72 Gr. friesischer Wäscheschrank, 17. Jahrh. Mk. 2310,
Nr. 73 Standuhr, um 1700 Mk. 1710, Nr. 74 Standuhr, bez.
Frans Wells, London, Ende 17. Jahrh. Mk. 1250, Nr. 75 Modell
eines Danziger Schrankes, 17. Jahrh., mit Ergänzungen
Mk. 1000, Nr. 76 Bettgestell, Danzig, 17. Jahrh. Mk. 1100,
Nr. 78 und 79 Zwei hohe Rokokopfeilerspiegel Mk. 1300, Nr. 80
Großer Danziger Nußholzschrank, 17. Jahrh. Mk. 4000, Nr. 82
Großer Nußholzausstellungsschrank, Danzig, 18. Jahrh.
Mk. 6100, Nr. 83 Großer Nußholzausziehtisch, Danzig, 17. Jahrhundert,
Piattendm. 144X90 Mk. 3000, Nr. 84 Große Stutzuhr,
Ende 17. Jahrh. Mk. 1950, Nr. 85 Hausorgel, Danzig, 18. Jahrh.
Mk. 900, Nr. 86 Nußholzausstellungsschrank, Danzig, 18. Jahrh.
Mk. 1100, Nr. 87 Eckschrank, Danzig, 18. Jahrh. Mk. 1000,
Nr. 92 Drei Stühle, Genre Chippendale, 18. Jahrh. Mk. 650,
Nr. 93 Zwölf Stühle, 18. Jahrh. Mk. 1100, Nr. 94 Modell eines
Danziger Schrankes Mk. 800, Nr. 96 Eichenholztruhe, Danzig,
1612 Mk. 2000, Nr. 97 Große Truhe, Norddeutsch, 17. Jahrh.
M.k. 2250, Nr. 98 Ausziehtisch, Danzig, 17. Jahrh., H. 88 Ztm.,
Plattengr. Mk. 1250, Nr. 150 Miniaturschrank, 18. Jahrh.
Mk. 600, Nr. 153 Mahagonipostament, um 1820 Mk. 630, Nr. 157
Eichenholzschrank, Danzig, Ende 17. Jahrh. Mk. 600, Nr. 158
Großer Danziger Schrank, 17. Jahrh. Mk. 1100, Nr. 159 Nußholzeckschrank,
Hamburg, 18. Jahrh. Mk. 960, Nr. 160 Flacher
Wandschrank, Danzig, Ende 16. Jahrh. Mk. 620, Nr. 164
Pfeilerschrank Mk. 540, Nr. 174 Eichenholz-Renaissanceschrank,
Holländisch, 17. Jahrh. Mk. 1360, Nr. 175 Holland.
Eichenholzschrank, 17. Jahrh. Mk. 1000, Nr. 177 Klapptisch aus
Nußholz, 17. Jahrh. Mk. 810, Nr, 178 Damenschreibtisch, Ende
18. Jahrh. Mk. 880, Nr. 181 Nußholz-Ausstellungsschrank,
Danzig, 17. Jahrh. Mk. 780, Nr. 182 Eintüriger Eichenholzschrank
Mk. 575, Nr. 183 Kabinettschränkchen Mk. 980, Nr. 185
Eichenholzschrank, Danzig, 17. Jahrh. Mk. 2000, Nr. 186 Nußholzschrank
Mk. 570, Nr. 187 Wäschepresse, Danzig, 17. Jahrh.
Mk. 600, Nr. 188 und 189 Zwei Rokokospiegel, Mitte 18. Jahrh.