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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 10)

dung, Gerät, Platte und so weiter aus gebeiztem Nußholz geschnitzt sind; 
die Augen sind aus farbigem Glasfluß eingesetzt (Höhe 23' 5 Zentimeter). Mehr 
künstlerische Haltung verrät die andere abgebildeteStatuette, an welcher sich 
die Anbringung des Elfenbeins auf Kopf, Hände und Füße beschränkt. Dar- 
gestellt ist eine rüstige ältere Bäuerin mit einem weitkrempigen Filzhut über 
dem Kopftuch und mit einer breiten gefältelten Halskrause. Sie macht an 
einem Baumstrunk halt und hat auf ihn den Rucksack mit den breiten Rücken- 
bändern abgeladen, in der Linken hält sie einen langen Stab (Höhe 235 Zenti- 
meter). „Faitt par Canadej a turin" ist eine reizende 
Miniaturschnitzerei ausElfenbein (Abb. 1 1) signiert, 
die eine blühend schöne, griechisch gewandete 
junge Mutter mit drei Kindern darstellt, von denen 
eines auf ihrem Schoß sitzt und aus der mütter- 
lichen Brust trinkt, während ein zweites in der 
rechten Hand einen Vogel zur Mutter emporhält 
und das dritte Kopf und Hand auf das Knie der 
jungen Frau legt; links davon ein Bäumchen, rechts 
ein Blumenstrauß in einer antiken Vase, alles Bli- 
granhaft in Elfenbein geschnitzt und auf eine 
runde, schwarze Schiefertafel appliziert (Durch- 
messer 8'5 Zentimeter). Von demselben Turiner 
Elfenbeinschnitzer des ausgehenden XVIII. jahr- 
hunderts (in jener Caritas kündet sich schon deut- 
lich der Einfluß Canovas an), über den ich leider 
nichts in Erfahrung bringen konnte - eine An- 
frage bei den Turiner Museen blieb unbeantwor- 
tet -, rührt offenbar eine analoge (gleichfalls aus 
der Sammlung Ludolf stammende) Darstellung in 
Elfenbeinrelief auf schwarzem Schiefer her, welche 
in enger, aber mißverständlicher Anlehnung an Abb. 1a. jesus als Schmerzens- 
die Komposition des berühmten herkulanensischen "m"- Bmlm d""sch' "M" "S 
_ _ dem XVl. jahrhundert 
Wandgemäldes „Wer kauft Liebesgötter" eine 
nackte, mit einer Blumengirlande umwundene junge Frau zeigt, die einem 
Amorin die Federn aus dem Flügel zupft. Der Kleine trampelt auf dem 
Dache eines runden Käfigs herum, hinter dessen Gitterstäben ein zweiter 
mit Blumenketten gefesselter Amorin tobt (Abb. I2). Jenes Wandgemälde, 
von dessen Komposition hier die linke Hälfte wiederholt ist und das 
Goethe zu seinem bekannten anakreontischen Jugendgedicht begeistert 
hat, stellt zur Linken des Käfigs mit dem gefesselten Amorin eine Frau 
dar, die über dem Käfig mit ähnlicher Gebärde wie auf unserem Relief 
einen zweiten Amorin emporhält und ihn zweien ihr gegenüber befindlichen 
Frauen oder Mädchen zum Kaufe anbietet; eine Abbildung davon zum 
Beispiel bei Murr-Kilian „Abbildungen der Gemälde und Altertümer in dem 
Königlich Napoleonischen Museo zu Portici" (III, Tafel VII). Zum Schlusse 
 
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