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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 201 und 202)

ultramodern. In der feinen Handhabung der mit 
chf gewählten edlen Materialien, besonders des 
essee Marmor von hoher Qualität - aus demsel- 
teinbruch gebrochen. von dem auch die Steineder 
lden der National Gallery gefertigt sind - zeigt 
las ästhetische Feingefühl des Architekten. 
der konsequent durchgeführten Asymmetrie des 
iuilding und trotz seiner Modernität erzielt Pei die 
em Verwaltungsratder National Gallery beabsich- 
znge Beziehung zwischen den beiden Bauten. Der 
au setzt sich in der Mittelachse des West Building 
ational Gallery fort. Diese Hauptachse zieht Pei 
idie Mitte des größeren Dreiecks und läßt sie in der 
z des mittleren, am weitesten entfernten Turmes 
ufen (Abb. 3). Eine weitere wichtige Beziehung 
n der auf das altere Gebäude abgestimmten Far- 
it, die durch die Vennendung des gleichen Mar- 
hergestellt wird. 
lte und das neue Gebäude sind durch einen unter- 
hen Gang miteinanderverbunden. Nicht nur wird 
Besucher ein leichter. wetterunabhängiger 
tg von einem Teil zum anderen Teil des Museums 
glicht, es wurden auch Teile des Museums. die als 
c service areasri bezeichnet werden, also z. B. die 
ügige Cafeteriasowie der Buchladen der National 
'y. hier untergebracht. Über diesem unterirdi- 
l Gang liegt ein Brunnen in der Achse zwischen 
eiden Eingängen. Eine reizvolle. belebte Verbin- 
zwischen Außenwelt und Untergeschoß wird 
das fließende Wasser des Brunnens geschaffen, 
ch als Kaskade gegen den unteren Teil der breiten 
erfront der Cafeteria ergießt. 
tetropolitan Museum of Art in New York 
gensatz zu dem alleinstehenden, mitderArchitek- 
sälteren Gebäudes vollkommen brechenden East 
ng der National Gallery. stellen die seit über zehn 
Jahren andauernden Erweiterungspläne des Metropoli- 
tan Museum of Art in New York ein Beispiel des inte- 
grierten An- und Ausbaus eines Museums dar (Abb. 4). 
im selben Jahr, 1967. in dem die ersten Schritte zur Pla- 
nung des East Building der National Gallery in Washing- 
lon getan wurden. ging in New York der Verwaltungsrat 
des Metropolitan Museum daran, sich mitderVergröße- 
rung des Gebäudes zu befassen. Ein Gesamtplan dafür 
wurde von dem renommierten Architektenbüro Kevin 
Fioche,John DinklooäAss. vorgelegt. Dieser erste Plan 
wurde noch drei Jahre lang modifiziert, bevor man mit 
dem Ausbau begann." 
Eine Enneilerung des Museums war aus zwei Gründen 
dringend geworden: einmal war seit dem letzten Anbau 
von 1931 die jährliche Besucherzahl von 1.2 Millionen 
auf 4.5 Millionen angewachsen; zum anderen war die 
Sammlung des Metropolitan Museum um einige sehr 
großzügige Schenkungen reicher geworden. die adä- 
quat untergebracht werden mußten. Zu diesen Schen- 
kungen gehören derTempel von Dendur, die Sammlung 
Michael C. Rockefeller, die Sammlung lrwin Unter- 
meyer. die Sammlung Andre Meyer und die Sammlung 
Ftobert Lehmanfz 
Ein Blick aufden schematischen Grundriß des Metropo- 
litan Museum verdeutlicht ein weiteres Problem: die 
baulich ganz unregelmäßige Substanz des Museums. 
Von dem ganzen Gebäudekomplex weist allein die 
Hauptfassade entlang der Fifth Avenue eine symmetri- 
sche Anordnung auf. Wie die Fiäumlichkeiten, so waren 
auch die einzelnen Sammlungen und Abteilungen plan- 
los nebeneinander angeordnet. Francis Taylor, ein frü- 
herer Direktor des Metropolitan Museum, hatte in den 
vierziger Jahren einen brillanten Gesamtplan vorge- 
schlagen, der das Metropolitan Museum in verschie- 
dene liMuseenu unterteilte, wobeijedes llMUSSUFfia eine 
Kultur- oder eine Zivilisation darstellen sollte. Zum Bei- 
spiel sollte nördlich des Vestibüls die Alte Orientalische 
Kunst. südlich die Europäische Kunst untergeb 
werden, im westlichen Teil die Angewandte Kuns 
die Kunst derAmerikanischen Kulturen." Leiderv 
dieser Plan jedoch nicht ausgeführt. und es blie 
einem für jeden Besucher verwirrenden Nebene 
der. Weitere Probleme stellten die überfüllten Dr 
und Büros dar sowie der zu eng gewordene Hauj 
sang." 
Dieser Haupteingang und das monumentale Ves 
die vGreat Hall", waren das erste, was die Architi 
in Angriff nahmen, denn zur Feier des hundertjäh 
Bestehens im Jahre 1970 sollte das Metropi 
Museum in neuem Glanz erstrahlen"; 
Danach ging man an die Umgestaltung der bestl 
den Sammlungen und die notwendigen Anbauten f 
neu hinzu gekommenen Schenkungen. Ein r 
Gesamtplan dafür war von Rache und Dinkeloc 
grund intensiver Studien der verschiedenen Abtl 
gen des Museums ausgearbeitet worden. Gene l 
von der Firma Ftoche, DinkelooäAss. befragte diel 
toren aller Abteilungen und studierte deren Samt 
gen. um die günstigsten räumlichen Bedingungei 
die optimale Unterbringung der Kunstwerke zu erz 
ten. Dabei wurde jede Abteilung unter verschied 
Gesichtspunkten betrachtet, analysiert und syste 
siert: nach der historischen, der gesellschaftlicher 
religiösen,derinstitutionellen.dertechnologische- 
dergeographischen Bedeutung ihrer Kunstwerke. 
Umfang nach wurde nicht nur von der vorhand 
Sammlung ausgegangen, sondern auch die zukür 
vwachstumsrateu einer jeden Abteilung mit e 
zogen." 
Die Analyse der Zusammensetzung des Publil 
spielte ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Planun 
Umgestaltung des Metropolitan Museum. Di 
Museum dient einem breiten Spektrum von Besucl 
das von Schulkindern über Touristen bis zu Sac
	        

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