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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 6)

291

Die Tendenz,

das Erzeugnis gewerblicher

 Kleinkunst

 durch Anleihen

 bei der

grossen Kunst unnatürlich

 hinaufzuschrauben,

 ist aber

nicht allein in der

Porzellanmanufaktur,

 sondern im gesamten

 Kunstgewerbe

 jener Zeit zu

verfolgen, und ist

bis heute noch nicht

verschwunden.

DerPorzellanfabrik

 aus diesem

Vorgehen

einen Vorwurf zu

machen ist deshalb

ungerecht, weil es

unmöglich ihr Beruf

 Sgin konnfg, ein Teller, mit Vergoldung und bunten Malereien, signiert Weixlbaurn

Genre im Gegen- (Katalog N" "s"

satze zur allgemeinen Geschmacksströmung zu schaffen. Frägt man

aber, welche Qualitäten sie innerhalb dieser Strömungen erreichte, so muss

ihr auch in diesem Falle das höchste Lob gespendet werden.

Ebenso stehen die auf Unterschalen, Platten, Tellerrändern, Kaffeetassen

 und Vasen angebrachten Veduten, Städtebilder und Ansichten

einzelner Gebäude prinzipiell mit einem rein dekorativen Zweck solcher

Malereien im Widerspruch. Sie bringen durch die rein bildmässige Behandlung

 ein fremdartiges Element in die Dekoration, und werden in erster

Linie um des Interesses willen oder zufolge der Erinnerung, die sich daran

knüpft, angefertigt. Umso bewundernswerter ist in den meisten Fällen der

sichere Griff, mit dem die ornamentale Wirkung des Motivs entdeckt und

zum Ausdruck gebracht wurde. Diese Landschaften sind manchmal auch

monochrom behandelt, in der Regel sind sie aber, wie es in der damaligen

Aquarellmalerei üblich war, in leichten Lasurfarben abgetönt, während

dunkle, scharfgeführte Linien die eigentliche Zeichnung bilden.

Die meisten der in der Ausstellung befindlichen Porzellane mit Ansichten

tragen Jahresstempel nach 1800. Nur eine im Besitze des Herrn v. Metaxa

(Katalog Nr. 1376) mit der Ansicht der alten kaiserlichen Münze, trägt den

Jahresstempel 86.


            
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