MAK

Full text: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

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falschen Zutaten, erzielte im Vorjahre auf der Auktion Lanna einen Rekord- 
preis von 123.000 Kronen. Unser Reliquiar hat die Form eines länglichen, 
mit einem Satteldache überdeckten Hauses, das auf vier Füßen von quadra- 
tischem Grundriß aufruht; es besteht aus dicken Eichenholzbrettchen, die 
außen mit Kupferplatten bekleidet sind, und zwar sind diese Platten ganz 
primitiv angenagelt. Soweit nun 
die Bronze dieser Bekleidung 
unbedeckt gelassen ist, ist sie 
wenigstens durch Gravierungen 
verziert (die umrahmenden Strei- 
fen, die Körper der Figuren und 
so weiter); alle übrigen Bronze- 
teile sind durch Reliefauflagen 
oder durch farbiges Email, das 
in die ausgetieften Stellen ein- 
gelassen ist (sogenanntes Gruben- 
email), geschmückt. 
Die Vorderseite des Schrei- 
nes zeigt im Mittelfelde den Ge- 
kreuzigten mit Johannes und 
Maria, die in der Weise jener 
Zeit (vergleiche die Mosaiken) 
halb so klein gebildet sind als die 
Gestalt des Erlösers. Über den 
Kreuzesarmen ragen trauernde 
Engel hervor. Auch die Seiten- 
felder der Vorderseite sind mit 
Engelgestaltenverziert.DasDach 
ist mit ornamentalen Motiven 
geschmückt und trägt den Rücken 
entlang einen durchbrochenem 
Steg mit zwei I-Ialbiiguren. Die 
Schmalseiten zeigen Gestalten 
von Heiligen, auf der Rückseite 
ist das Dach Egural verziert, weil Abh.4. Geißelung Christi, Elfenbein-Hochrelief(Stift Krems- 
die Wand das Schlüsselloch trägt. mm" 
Gleichfalls der romanischen Epoche gehört die kreisrunde, vielfach durch- 
brochene, feuervergoldete Kupfer-platte an, die der Kremsmünster Kirchen- 
schatz aufbewahrt; sie zeigt in getriebener Arbeit allerlei symbolische, von 
Leoninischen Hexametern umrahmte Darstellungen, die auf die Auferstehung 
und Himmelfahrt Christi Bezug haben. Die Scheibe steckt in einem Nodus, 
der auf einem emaillierten Dreifuß aufruht. Die Rahmenverzierung dieser 
romanischen Scheibe ist verloren gegangen; analoge Stücke legen die 
Vermutung nahe, daß diese Rahmenverzierung die Reliquien enthielt, daß
	        
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