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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 4)


habe.DieseVermutung

 hat sich

unterdessen als

richtig erwiesen,

 denn in

der Sammlung

Clemm tauchte

eine außerordentlich

 feinbemalte

 italienische

 Schokoladetasse

 auf, welche

 in die Sammlung

 Rothberger

 nach Wien

gelangte. Ungefähr

 zur gleichen

 Zeit kam

Chinesische Porzellanteekanne, bemalt von Karl Wendelin Anreiter, Wien, um 1730 

bis x735 (Kaiser Franz Joseph-Museum in Troppau) das 15er

Franz Joseph-Museum

 in Troppau durch eine Schenkung seines Kurators, Baron Georg

Beess in Wien, in den Besitz einer zweiten mit demselben Dekor bemalten

Tasse. Beide sind signiert „Karl Anreiter V Z" (das bedeutet von Zimfeld,

Anreiters Adelsprädikat), respektive „C. Anreiter V Z". Außerdem findet

sich beide Male die Inschrift „Fierenze". Ich habe diese Tassen im Burlington

Magazine (Band XIII, Seite 145 f.) publiziert und abgebildet. Da Anreiter nach

dem oben zitierten Lorenzini im Jahre 1737 nach Florenz gekommen ist,

müssen also seine Wiener Porzellanmalereien, nämlich die kleine Terrine

mit bunter Figuralmalerei bei Heinrich Rothberger (abgebildet im Wiener

Porzellanwerk Tafel II, 7), das Frühstückservice im Österreichischen Museum

und die Troppauer Teekanne wohl vor diesem Zeitpunkt entstanden sein.

Die von Haidecki herausgegebenen Exzerpte zur österreichischen Kunstgeschichte

 aus den Wiener Pfarrmatriken und Totenregistern von 1550 bis

1750 (Quellen zur Geschichte der Stadt Wien VI, 1908) geben übrigens noch

wertvolle biographische Details über den Maler. „Johann Carl Anreutter,"

Maler, von Schemnitz aus den ungarischen Bergstätten geboren", heiratet am

22. Oktober 1724 bei St. Stephan die Jungfrau Eva Rosina Kolbenbergerin

(Nr. 7422). Im Jahre 1725 war er wohl schon in der Wiener Fabrik, denn

seine Wohnung wird anläßlich des Todes seines kleinen Sohnes als im

„Preinergarten in der Rossau" angegeben (Nr. 12642). Im Mai 1737 stirbt

ihm wieder ein Kind, da wird er als „Porzellanmaler beim grünen Rößl in

der Josefstadt" bezeichnet (Nr. 13443). Das war kurz vor seiner Abreise nach

l" „J. Carl Wendelin Anreiter V Z in Wien feci." signiert er auf der kleinen obengenannlen Rothbergerscben

 Schale.
            
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