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so Osaka erst im Jahre 1868, obwohl oder vielleicht wei.l in der Nachbarschaft
die Hauptstadt des Westens, Kioto, die grösste Industriestadt
des Landes (374.ooo Einwohner) gelegen ist. Die Hauptstadt des
Ostens ist Tokio früher Jeddo genannt. Die Residenzstadt, der Hauptsitz
der Behörden und des Handels ist durch eine Eisenbahn mit dem
Hafen Jokohama verbunden. Der Handel langen Curses von Tokio und
dem Districte Kanagawa wird von dem grossbritannischen Vice-Consul
Dohmen auf 29 Millionen Dollars vom Jahre 187i geschätzt, obwohl
Tokio erst im Jahre 1868 den Fremden eröffnet wurde. Obwohl die Einwohnerzahl
von 1'], Millionen auf 675.000 gesunken ist, wird dennoch
eine fortwährende Steigerung des Verkehres wahrgenommen.
Tokio, Kioto und Osaka sind die drei Hauptstädte des Landes. Die
Letztere ist sogar bedeutender als Kioto (53o.ooo Einw.)
Nachdem nun genügend viele Angaben über den Umfang des Verkehres
gemacht wurden, soll die Production selbst in wenigen Zügen
charakterisirt werden. Japan ist ein Agriculturstaat. Der gilösste
Theil der Bewohner beschäftigt sich mit der Bodencultur.
Das Pllanzenreich liefert einige wichtige Ausfuhr-Artikel: Thee,
rohe Baumwolle und vegetabilisches Wachs. Ueber das letztere
seien ein paar Worte gestattet. Ein eschenähnlicher Baum Rhus succedanea
trägt Beerentrauben, welche sich im October mit einem weissen Hauch
belegen. In heissem Wasser schmilzt dieser Belag, wenn man die Früchte
eintaucht. Das Wachs wird gesammelt, durch Kochen und Pressen raflinirt,
und in Schalen, deren Böden mit feuchten Bambusblättern belegt sind,
gegossen, wo es als runder Kuchen erstarrt. Die Bäume werden als Acker-Einzäunungen,
Alleehäume oder in sonstigen Anpflanzungen erzogen. Von
anderen Rhus-Arten werden noch talgähnliche Massen gewonnen, die als
Surrogate von Stearin, Paraffin und Wachs dienen. Hauptproductionsort:
Die Insel Kiusiu zwischen dem 31. und 34." Grad nördl. Breite. Hauptabsatzort
über Nangasaki: London. Erwähnenswerth ist noch der Kampher,
welcher durch die Destillation des Holzes von Laurus Camphora wie in
China gewonnen wird'). Es ist diesem Baume das Klima und der Boden
sehr günstig. Das Kampherbaumholz - die Stämme werden bis z Meter
dick, ist auch ein sonst vortrelflich zu verwendendes Materials.
Von vegetabilischen Producten, die vorwiegend der japanischen Industrie
als Rohstoife dienen, um in veränderter Gestalt auch als Fabrikat zur Ausfuhr
zu gelangen, sind vornehmlich drei zu nennen. I. Der Lack, z. das
Bambusrohr, 3. das Holz. Allerdings gelangen alle drei auch im rohen
Zustande zum Export, so namentlich Holz für Hochbauzwecke, Bambus,
um zu Spazierstöcken verarbeitet zu werden und Lack selbstverständlich
für Lackwaaren, jedoch ist die Verarbeitung im Lande selbst belangreich,
lehrreich für uns.
') Ausfuhren Hakodatä.