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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 119)

Felix in Leipzig, welcher nebst dem Grafen Luckner auf Altfranhen

von Privatpersonen am reichsten zu der Ausstellung beigesteuert hat.

Unter den Gläsern fiel ein Kelchglas auf, dessen Aussenseite mit einer

Landschaft in Emailfarben bemalt ist, auf welche dann die Figuren -

die Geschichte Alttäons in barocker Composition - in Glasrelief aufgeschmolzen

 und durch Emailmalerei mit dem landschaftlichen Hintergrunde

in Verbindung gebracht sind. Gohelins bedecken die Wände aller Zimmer.

Es bietet sonafh diese nicht besonders umfangreiche Ausstellung

sehr viel des Sehenswerthen und Lehrreichen, und das Comite, welches

sich bei seinem Unternehmen des besonderen Schutzes I. M. der Königin

von Sachsen erfreute, hat sich vor allem das grnsse Verdienst erworben,

einmal zu constatiren, was an älteren Werken der Kleinkünste sich im

Lande zerstreut findet. Jede solcher Landes-Ausstellungen leistet der

Kunstwissenschaft überhaupt und vorzüglich der Kunsttopographie erhebliche

 Dienste, indem sie eine Menge von wichtigen Werken an das Tageslicht

 zieht, deren Existenz bis dahin nur in den allerengsten Kreisen

bekannt war.

Gleichzeitig findet (im Orangeriegebäude etc.) eine Ausstellung moderner

 sächsischer Industrie statt. Predigt dieselbe vielfältig die Nothwendigkeit

 eines Instituts wie das in der Gründung begriffene, so zeigt sie

doch auch, dass es dem künftigen Dresdner Museum nicht an Entgegenkommen

 in den Kreisen der Praktiker fehlen wird. Sq sind die Bestrebungen

 der bekannten Oefenfabrik von Seydel, Muster der Renaissance

zu verwerthen, aller Aufmunterung werth; an Eisen- und Stahlarbeiten

sah man die alten Arten der Technik angewandt, die specifisch sächsische

(neuestens bekanntlich auch in Böhmen aufgenommene) Serpentiniudustrie

versucht sich mit Glück auf dem Felde der Florentiner Mosaik und was

dergleichen der Pflege würdige Keime mehr sind.

Der Aussiellungsraum in Philadelphia.

Eine von der Commission zur Feier der hundertjährigen Unabhängigkeit

 (United Stdtes Centenniul Commission) herausgegebene Broschüre

macht uns mit den Räumlichkeiten bekannt, welche in Philadelphia für

die nächstjährige Ausstellung vorbereitet werden. Die Brüderstadt mit

ihrem unübersehbaren Netze sich rechtwinklig kreuzender Gassen erstreckt

sich über 49A Meilen von Süden nach Norden, während ihre Ausdehnung

von Westen nadh Osten eine bis drei Meilen beträgt. Etwa in der Mitte

der Länge nach, aber gegen das Weichbild nach Westen vorgerückt, liegt

der von einem Nebenfluss des Delaware durchströmte Fairmountpark, in

dessen südlichem Theil, nahe der Station einer sich nach allen Seiten verzweigenden

 Eisenbahn, die Buildings erstehen.
            
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