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Darüber senken sich von den Candelaberstäben grüne Blattgchängc
nieder, eigentlich dünne Aeste, die sich in der Mitte mit den Zweigspitzeri
kreuzen; die Blätter sind feingestielt, scharf gerändert und einzeln
gesondert, das festonartig Buschige compacter Blätterlagen, wie es der
spätere römische Geschmack und nach ihm die Renaissance im Gebrauch
hatte, liegt hier der delicateren hellenistischen Kunstübung noch fern.
(Forlsclzung folgm
Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit
demselben verbundenen Institute.
Jubiläum (185 06812819. Museums. in der Sitzung des Curatoriums
am t. März wurde beschlossen, wegen der Trauer für den durchlauchtigsten
Kronprinzen von jeder Feierlichkeit abzusehen, dagegen an
dem Tage der Gründung (am 3t. März) eine Curatoriums-Sitzung zu
halten. Die projectirte Ausstellung des Museums, der Fachschulen und
des Kunstgewerbevereines, zdwelcher die Vorarbeiten begonnen haben,
wird an demselben Tage früh 9 Uhr ohne Feierlichkeit eröffnet.
Kunstgewerbesehule. Das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht
hat den Architekten Adolf Ginzel mit dem Unterrichte in
einem Theile der Stillehre an der Kunstgewerbeschule des Oesterr. Museums
betraut.
Besuch des Inseums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monate
Februar von 62H, die Bibliothek von 2218, die Vorlesungen von 505 Personeit
besucht.
Vorlesungen. Am n. November v. J. sprach Director Dr. A. llg über -Prinz
Engen von Savoyen als Kunstfrcundr. Der Vortrag ist vor Kurzem im Verlage von Karl
Graeser erschienen, und werden wir auf dessen lnhalt demnächst an anderer Stelle
zurückkommen.
- Am 20. December v. J. sprach Baurath Franz Ritter v. Neumann über wVilla
und stldtisches Wohnhaus-.
Nach einer kurzen Einleitung, welche sich auf das Zusammenwirken der Architektur
mit der Kunstindustrie bezog, besprach der Vortragende den Unterschied zwischen
Miethhaus und Einzelwohnhaus und bezeichnete dieses, sei es nun ein Palast oder ein
bescheidenes Familienhaus, als das Ideal des Wohnhausbaues in künstlerischer Beziehung.
Wien hat dieses Ideal nur in wenigen Ausnahmsfällen erreicht, es überwiegt das Miethhaus
mit seinen vielen Wohnungen, mit seiner gleichformigen, wechselnden Zwecken -
Rechnung tragenden Ausbildung der lnnenraume. Ja man fand sich nicht selten veranlasst,
durch Zusammenfassung einzelner Hauser zu ganzen Gruppen monumentale Wirkungen
anzustreben, ein Vorgehen, das auch anderwarts Nachahmung gefunden und unter
Umständen wohl seine Berechtigung hat. Ein empfindlicher Mangel dagegen ist das
Fehlen jenes charakteristischen Zwischengliedcs in der Entwickelung der Stadt vom
Centrurn gegen die Peripherie: des Einzelwohnhauses mit seinem Vorgarten. Das Straßenbild
wird dadurch einformig im Vergleiche zu Berlin oder anderen deutschen Stadien.
Dort ist diese Art des Wohnhausbaues nichts Ungewöhnliches; aber auch die eigentlichen
Miethhsuser sind in der Regel nicht so groß wie in Wien. ln Berlin lassen sich
dieselben in zwei Gruppen scheiden, in solche mit je einer und andere mit je zwei
Wohnungen in iedem Stockwerke; nur bei besonders tiefen Baustellen treten noch Hofwohnungen
hinzu. Umfasst iede Etage nur eine Wohnung, so werden die Annehmlichkeiten
und künstlerischen Vorzüge des Einzelwohnhauses beinahe erreicht, da es möglich
ist, schon heim Baue auf die Bestimmung und Verwendung der Raume Rücksicht zu
nehmen und ausdrucksvolle, malerische Anordnungen zu treffen. Auch in Bezug auf den
Comfort hat man es in Berlin weiter gebracht wie bei uns. So hat z. B. in solchen