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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 3)

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Darüber senken sich von den Candelaberstäben grüne Blattgchängc

nieder, eigentlich dünne Aeste, die sich in der Mitte mit den Zweigspitzeri

 kreuzen; die Blätter sind feingestielt, scharf gerändert und einzeln

gesondert, das festonartig Buschige compacter Blätterlagen, wie es der

spätere römische Geschmack und nach ihm die Renaissance im Gebrauch

hatte, liegt hier der delicateren hellenistischen Kunstübung noch fern.

(Forlsclzung folgm

Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit

demselben verbundenen Institute.

Jubiläum (185 06812819. Museums. in der Sitzung des Curatoriums

 am t. März wurde beschlossen, wegen der Trauer für den durchlauchtigsten

 Kronprinzen von jeder Feierlichkeit abzusehen, dagegen an

dem Tage der Gründung (am 3t. März) eine Curatoriums-Sitzung zu

halten. Die projectirte Ausstellung des Museums, der Fachschulen und

des Kunstgewerbevereines, zdwelcher die Vorarbeiten begonnen haben,

wird an demselben Tage früh 9 Uhr ohne Feierlichkeit eröffnet.

Kunstgewerbesehule. Das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht

 hat den Architekten Adolf Ginzel mit dem Unterrichte in

einem Theile der Stillehre an der Kunstgewerbeschule des Oesterr. Museums

 betraut.

Besuch des Inseums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

Februar von 62H, die Bibliothek von 2218, die Vorlesungen von 505 Personeit

 besucht.

Vorlesungen. Am n. November v. J. sprach Director Dr. A. llg über -Prinz

Engen von Savoyen als Kunstfrcundr. Der Vortrag ist vor Kurzem im Verlage von Karl

Graeser erschienen, und werden wir auf dessen lnhalt demnächst an anderer Stelle

zurückkommen.

- Am 20. December v. J. sprach Baurath Franz Ritter v. Neumann über wVilla

und stldtisches Wohnhaus-.

Nach einer kurzen Einleitung, welche sich auf das Zusammenwirken der Architektur

 mit der Kunstindustrie bezog, besprach der Vortragende den Unterschied zwischen

Miethhaus und Einzelwohnhaus und bezeichnete dieses, sei es nun ein Palast oder ein

bescheidenes Familienhaus, als das Ideal des Wohnhausbaues in künstlerischer Beziehung.

Wien hat dieses Ideal nur in wenigen Ausnahmsfällen erreicht, es überwiegt das Miethhaus

 mit seinen vielen Wohnungen, mit seiner gleichformigen, wechselnden Zwecken -

Rechnung tragenden Ausbildung der lnnenraume. Ja man fand sich nicht selten veranlasst,

 durch Zusammenfassung einzelner Hauser zu ganzen Gruppen monumentale Wirkungen

 anzustreben, ein Vorgehen, das auch anderwarts Nachahmung gefunden und unter

Umständen wohl seine Berechtigung hat. Ein empfindlicher Mangel dagegen ist das

Fehlen jenes charakteristischen Zwischengliedcs in der Entwickelung der Stadt vom

Centrurn gegen die Peripherie: des Einzelwohnhauses mit seinem Vorgarten. Das Straßenbild

 wird dadurch einformig im Vergleiche zu Berlin oder anderen deutschen Stadien.

Dort ist diese Art des Wohnhausbaues nichts Ungewöhnliches; aber auch die eigentlichen

 Miethhsuser sind in der Regel nicht so groß wie in Wien. ln Berlin lassen sich

dieselben in zwei Gruppen scheiden, in solche mit je einer und andere mit je zwei

Wohnungen in iedem Stockwerke; nur bei besonders tiefen Baustellen treten noch Hofwohnungen

 hinzu. Umfasst iede Etage nur eine Wohnung, so werden die Annehmlichkeiten

 und künstlerischen Vorzüge des Einzelwohnhauses beinahe erreicht, da es möglich

ist, schon heim Baue auf die Bestimmung und Verwendung der Raume Rücksicht zu

nehmen und ausdrucksvolle, malerische Anordnungen zu treffen. Auch in Bezug auf den

Comfort hat man es in Berlin weiter gebracht wie bei uns. So hat z. B. in solchen
            
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