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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 200)

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möge der Weichheit und Spaltharkeit der Krystalle und der Dichte des Gefüges

 die natürliche Krystallfläche verliert, er mag blos behauen oder auch

polirt werden. -

Eine überaus verheerende Wirkung auf alle Denkmäler aus Gestein

übt der Staub, der so leicht auf der rauhen oder durch die vorangegangene

 lösende Wirkung der kohlensäurehältigen Wässer rauh gewordenen

 Steinfläche, namentlich der Marmoriläche, haftet.

Der Staub hat an verschiedenen Orten eine sehr verschiedene Zusammensetzung

 und war vielfach Gegenstand sorgfältiger wissenschaftlicher

Prüfung. Norden sk  öl d untersucht den, vielleicht zum Theil kosmischen

oder vulcanischen, Staub auf den Eisfeldern Nordspitzbergens, Tissandier

und Pasteur den Staub von Paris, Tyndall sowie Angus Smith

den Staub an verschiedenen Orten in England, Ehren berg den von

Berlin, Fr. Unger den Staub von Graz und Reißeck, sowie Eduard

SueB den von Wien.

Ein Theil des Staubes ist überall organischer Natur, der Hauptbestandtheil

 ist jedoch eine mineralische Substanz, welche in Wien dem

thonigen Bindemittel entstammt, das den Quarz und Glimmer des

sogenannten Wiener Sandsteins kittet und welches durch die Oxydation

des in demselben enthaltenen Eisens leicht verwittert. Es ist ein Irrthum

zu glauben, dass der berüchtigte Staub von Wien vornehmlich aus Quarzsand

bestehe und nur dem Granitpflaster entstamme. Der Granit ist härter als das

Pflastermaterial der meisten anderen Städte, und der Quarz, den wir liberhaupt

 im Staube finden, rührt zumeist von dem Sande her, der beim Pflastern

aufgestreut wird. Der wesentliche Bestandtheil unseres Staubes ist eben Thon,

der mit Wasser einen Brei bildet, welcher die anderen Bestandtheile zusammenhält

 und dadurch, bei den hier in Betracht kommenden Fällen, nur

um so nachtheiliger wirkt.

Thon nimmt Wasser begierig auf, und während bei einem speciellen

 Versuche eine mit Quarzsand bestreute Fläche von 50 Quadratzoll

 in 12 Stunden an feuchter Luft gar kein Wasser absorbirte, nahm

Kalksand unter denselben Umständen 2 Gramm, Thon sogar z: bis

37 Gramm Wasser auf. Man sieht leicht, dass ein solcher thonhältiger

Staub alle Fähigkeiten besitzt, mit den, wie wir aus Pasteufs classischen

Untersuchungen wissen, stets in der Luft enthaltenen Sporen und Keimen,

ja mit den organischen Resten des Pferdemistes etc. sich zu beladen und

an geschützten Stellen von Denkmälern alsbald den Boden für eine mehr

oder minder üppige Vegetation zu bilden, die unaufhaltsam zur Zerstörung

führen muss.

Diese Vegetation kann sich um so leichter weiter entwickeln, als der

Thon mit Begierde auch alle jene Stoffe, wie namentlich das Ammoniak, die

Nitrite und Nitrate aus der Luft an sich zieht, die für das Wachsthum der

Pflanzen nothwendig sind.
            
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