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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 214)

nang, QlHHU, KJCWCTUCH, BEISLIICUCU UHU Welulßllen UrClCn, Selt langer 315

einem Jahrtausend geordnet und in ihren Grundformen unverändert geblieben;

 die Mode, wie sie bei uns mit despotischer Willkür herrscht, kennt

man in Japan nicht; sie beschränkt sich nur auf kaum merkliche Abänderungen

 des Kopfputzes und der Kleiderstoffe und das nur bei Frauen.

Jahreszeit, öffentliche und Familienfeste üben dagegen einen großen Ein-Huss

 auf die Kleidung aus, ingleichen das Alter.

Der Aufputz steigt mit den zunehmenden Jahren der Kinder und

sinkt mit den steigenden Jahren des Altersmamentlich bei derwohlhabenden

mittleren Volksclasse steht diese Stufe der Kleidungstracht auf dem Boden

des alten Herkommens und der Sitten. Der Reichlhum an kostbaren Seidenzeugen,

 Farben- und Musterwechsel gibt den Trachten eine unendliche

Verschiedenheit.

Die Stickerei der Damenkleider hat einen eigenthümlicben Charakter.

Sie bildet nicht, wie bei uns, sich wiederholende Muster, Blumenbouquete

u. dgl. Die Stickerei des Damenkleides bildet ein Ganzes, ein in Gold,

Silber und Seide verfertigtes Gemälde; oft Landschaften mit malerischen

Ansichten, Felsenpartien mit Wasserfällen, blühende Bäume mit schöngefiederten

 Vögeln belebt: die hehren, allgemein beliebten Kraniche umschweben

 gleichsam den Leib, Fächerenten schwimmen an den Füßen.

Der Bewunderer der Damenkleidung hat sich nicht mit dem Gesammteindruck

 zu begnügen; es Endet sich daran Stoff zu besonderen

Studien. Die Männertrachten sind, wie überall, einfacher, aber bei der

Classe der Kuge (die Tracht am Hofe des Mikado) äußerst reich an"

Stoffen und bei der Classe der Bulte (des Ritterstandes), glänzend an

kostbaren Rüstungen.

59. Seidenkleid für Frauen am Hole des Kaisers; rother Grund mit Golddruck und

weißen gesticltlen Blumen-Medaillons; Handarbeit zus dem XVll. Jahrhundert.

60. Seidenes Pracbtgetvand in verschiedenen Farben, mit weißer Blurnenstickerei, bei

Tempelfesten verwendet; XVl. Jahrh.

6:. Seidenkleid, Hofkleidung für Frauen, grün mit goldenen Zeichnungen, Blumen und

Kranichen gestickt und mit rothem Crepe gefüttert; XVlII. Jahrh.

62. Seidenkleid für Frauen (Sommerkleid), grau mit Blumen und Schwalben gestickt

und mit rother Seide gefüttert; neuere Arbeit.

63. Kleid (Ueberwurf) der Hohenpriester der Mouto-Secte, rothe Seide mit dem Wappen

des Kaisers in Gold; XVlII. Jahrh. ,

64. Hofkleidung (Ueberkleid) aus durchsichtigem Seidenstoß mit Blumen in Gold und

bunter Seide gestickt; XVlll. Jahrh.

65. Altardecke aus durchsichtigem Stoff mit eingewebten Blumen; XVllI. Jahrh.

66. 67. Watfentöclte (über der Rüstung getragen) mit in Seide gestickten und eingewirkten

 Figuren und Ornamenten, roth und blau gefüttert und mit Wappen verziert;

XVll. und XVlll. Jahrh.

68. Frauengurtel in verschiedenfarbiger schwerer Seide mit eingewirkten Ornamenten

und Figuren; XVll., XVlII. und XlX. Jahrh.

69. Sammlung von verschiedenen Seidenstolfrnustern, welche sowohl zu Priesterornaten

und Hofkleidungen als auch zu Festgewandern verwendet wurden.
            
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