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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 58 und 59)

 

















































Die Biedermeier-Ausstellung in Gutenstein und Miesenbach hat die

hundertste Wiederkehr der Todestage von Leopold Kupelwieser

(1796-1862) und Friedrich Gauermann (1807 il862) zum äußeren

Anlaß. Das malerische SchaHen der Familie (iauermann, das zwei

Generationen durchmißt, gibt den zeitlichen Rahmen einer künstlerischen

 Entwicklung, die teils im Barock, teils aber auch im Idealismus

der Aufklärung wurzelt und bis an die Schwelle einer neuen Zeit

führt, die im Realismus ihr oberstes Gesetz sah.

Die naiven Veduten Jakob Gauermanns haben die malerische freie

Auffassung eines Johann Christian Brand und Jakob Schmutzer bei

reits überwunden, sie sind auch nicht von so großartigem Pathos

erfüllt wie die Uebirgsszenerien von joseph Anton Koch; sie wirken

intimer, sind jedoch begrenzter in ihrer Wirkung. Martin von Mnlitnrs

handwerkliches Können steht hinter ihnen, eine naive Llmnittelbarkeit

aber gibt ihnen den eigenen Reiz und eine belehrende edle Tendenz

sucht den moralisierenden Bestrebungen der Zeit zu dienen. Jakob

(Jaucrmanns Zeichnungen und Aquarelle sind bildhafte Niederschrifr

ten, wollen aber keine künstlerisch unabhängigenGestaltungen bringen.

Sein Sohn Friedrich, der talentierte, arbeitet anfangs noch ganz im

Sinne der Tradition seines Vaters. Er studiert in der Natur die Materiw

lien seiner Bilder und fügt sie im Atelier zu den großangelegten Kompositionen.

 Während die einzelnen Studien erstaunlich unmittelbar

in der Wirkung sind, überraschen die ldeenskizzen durch ihre kühne

Phantasie. Sie wollen nicht die Wirklichkeit selbst, sondern ein Erleb-I

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