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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 214)

209. Schöner safrangefärbter (KPOKUJTÖC) Wollribs, gemustert mit breiten 
orangefarbigen Streifen. In Combination mit diesem Gewebe erscheinen 
die breiten Gobelinspangen (s. Nr. 124) von überaus farbenkräftiger 
Wirkung. Sie sind mit My (Z :M)-Linien eingefasst (s. Anm. zu 
Nr. 121-122). Am Rande des Ribsstoffes sieht man noch die 
Ueberreste einer aufgenähten violetten Wollborte mit überschossenen 
Mustern. 
210-211. Rother Wollribs, geschmückt mit aufgenähten breiten Gobelin- 
212. 
213. 
215. Herrliche, breite, in Leinwand eingearbeitete Gobelinborte. 
borten, deren weisse Musterung (feine Arabesken, Thier- und 
Menscheniiguren) von violettem Grunde sich abhebt. 
Eine mit weichem gelblichen Wollstotf comhinirte Gobelinborte. 
Dieselbe enthält auf rothem Grunde einen weissen Bandstreif, in 
welchem sich stilisirte Thiergestalten rhythmisch nach rechts bewegen. 
Der nlaufende Hunda dient als Beränderung. Sehr delicate Arbeit. 
Leinenstoff mit aufgeuähter Gobelinborte, welche rhythmisch wieder- 
kehrende Vogelgestalten enthält. Alter Stil. 
Rother Wollribs mit combinirter Gobelinborte. Auf ihrem Purpur- 
Grunde erscheinen abwechselnd weisse, fliegende, Opfergaben dar- 
bringende Amoretten und Löwen. 
lrn 
weissen Grunde derselben folgen gefüllte Blattfiguren aufeinander, 
während ihre ziemlich breiten rothen Randstreifen symmetrisch 
angeordnete Reihen von Opferaltären enthalten. Die besonders 
lebhaften, in ungewöhnlicher Frische erhaltenen Farben, wie die 
kräftige Zeichnung lassen dieser Borte eine prächtige Wirkung 
erzielen. 
216. Viereckiger angustus clavus. Gobelin auf Purpurstoff genäht. Der 
schöne dunkelblaue Fond zeigt in feiner Dessinirung Gazellenköpfe 
und ganze Thiere, welch" letztere in überaus künstlicher Weise 
sogar durch die Arabesken-Verschlingungen zur Darstellung gelangen! 
Bezüglich dieses, den Träger wie mit einem Orden auszeichnenden Symbols 
giebt unser Fund sehr wichtige Aufklarungen. Es ist bekannt, dass in der Kaiser- 
zeit die hochgeatellten römischen Würdenträger, die SenatorenßKriegstribunen und 
Ritter, dieBefugniss hatten,auf ihren reich verzierten Tuniken und Mänteln den ihren 
Rang bezeichnenden clavus, cmleiov, zu tragen: der Senator nämlich einen grösseren, 
intus clnuus, der Ritter aber zwei kleinere Abzeichen, angustus clavus genannt; 
daher die Benennung der damit geschmückten Gewänder, als txmica laticlavia und 
tunicd angusticlavia. Allgemein hat man bisher angenommen, dass diese clavi aus 
einem oder zwei, einfachen oder gestickten Purpurstre ifen bestanden, welche in der 
vorderen Mitte der Tunica vom Halse zum Saume vertical, respective parallel 
herabliefen. Aus unsern Fundsmcken geht nun zweifellos hervor, dass nicht diese, 
auch über den Rücken gehenden und schon zu Beginn des IV. Jahrhunderts 
zur allgemeinen Mode gewordenen Gewandstreiifen (s. Nr. 139) die clavi vor- 
stellten, sondern, dass letztere je nach der Rangstufe des Betrelfenden ausgrösseren 
oder kleineren viereckigen oder rnnden Besatzstücken bestanden. Der
	        

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