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MAK

Full text : Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 12)

Perlmutter eingelegt, und viel Glas in bunten Farben und mannigfaltiger

Montirung verwendet. Im Boudoir - übrigens dem besten Raume, den

unsere Abbildungen ja auch in zwei Ansichten vorführen - sind die Metallbeschläge

 iigural überladen, in gehämmertem Aluminium ausgeführt, was

an sich recht preciös wirkt, und ausserdem noch mit Email geschmückt. Dafür

ist hier die Wandverkleidung, in leichtem lila Ton und zart mit rein architektonisch-geometrischem

 Ornament bestickt, von ausgezeichneter Wirkung.

Das Holz hat hier die Naturfarbe: Walnuss. Das Speisezimmer wirkte auf

mich am vornehmsten und ruhigsten. Die dominirende Farbe ist hier das

Rauchgrau der Eiche. Durch den blauen Teppich, die nicht aufdringliche

Intarsia, den grünen Lederbezug der Sessel wird aber eine lebendig bewegte

Farbensymphonie erzeugt. Ein Gobelin von Burne-Jones (von der Morris-Company

 gewebt) bildet den einzigen figuralen Schmuck des Raumes als

Panell des Buffets. Die Möbelformen sind hier schlicht, einfach, schwer und

anheimelnd. Die Abbildungen werden besser als eine in Einzelheiten sich

verlierende Kritik das Wesen dieses Kunsthandwerks zeigen. Raffinement,

Stimmungssucherei ist das beste Kennwort. Harmonie und glänzende Ausführung

 der stärkste Vorzug der Arbeiten Whylies und Lochheads.

Mit der Besprechung ausländischer Objecte ist man bald fertig. Aus

Frankreich sind einige Reste aus der Invalidengalerie da, als Wertvollstes

Schmuck. Neben den Emailleuren Feuillatre und Rene Foy kommt hier die

„Maison Moderne" besser zur Geltung, die insbesondere von Manuel Orazi

gute Kämme mit origineller Linienführung hat, die von Lalique unabhängig ist.

In der Women-Section schlägt Schönes aus alter Zeit die Neuigkeiten,

die an sich schwächlich sind, vollends todt. Neben Brüsseler Spitzen, an

denen die emsige Kunstfertigkeit von längst verstrichener Zeit haftet, kommt

die nüchterne Linienkunst der Glasgow School of Arts mit ihrer ärmlichen

Abwechslung von Grün, Weiss und Blau nur selten auf. Die Frida Hansen-Webereien

 behaupten sich noch am besten.

Aus Österreich wirken das Kohn'sche Zimmer mit seinen gebogenen

Möbeln, Spaun'sche Gläser und Rubinstein'sche Bronzen, ganz gut, aber nicht

gerade epochal. Die Installation von Baumann in grünem Holz und gelbem

Messing macht angenehmen Eindruck.

Aus Dänemark sind natürlich Potterien da; Gre's von der Witwe Ipsen,

in gelbgrauen Tönen mit naturalistischem Blumenornament geschmückt,

ungemein dicht, ist das Neueste.

Es fällt schwer, diesen Bericht zu schliessen, ohne ein Gesammtresultat

zu ziehen. Doch wäre es zu traurig. So mag ein jeder das abschliessende

Wort selbst herausfinden.
            
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