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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 162)

beiten erkennt man deutlich die Schwanthaler'sche Schule, doch hat er

bei seiner manuellen Geschicklichkeit immer auf die Detail-Ausführung

das grösste Gewicht gelegt. Im Jahre 1840 kam er nach Wien und machte

sich hier vorerst durch eine Reihe kleinerer Arbeiten bemerkbar, unter denen

die Nibelungenhelden und eine kleine in Erz ausgeführte Statuette, Erzherzog

 Carl darstellend, besonders hervorzuheben sind. Diese letztere

Arbeit wurde von ihm im Jahre 1847 modellirt und von I-Iollenbach gegossen.

 Die erste grosse und auch relativ die bedeutendste Aufgabe, die

Fernkorn durchführte, ist wohl die n Fuss hohe Reiterstatue des heiligen

Georg im Kampfe mit dem Drachen, welche in der Fürst Salm'schen Erzgiesserei

 von Savoste gegossen und im Palais Montenuovo aufgestellt wurde.

Alle Bestrebungen Fernkorn's aber waren dahin gerichtet, seine Fähigkeiten

und Kenntnisse als Erzgiesser zu verwerthen. Er mochte wohl fühlen,

dass seine künstlerischetßegabung erst dann zur rechten Geltung kommen

könne, wenn die Leitung-einer Erzgiesserei in seine Hände übergehe. Die

äusseren Umstände begünstigten diese seine Bestrebungen, In der Münchener

Schule gebildet, als ein Schüler Stiglrnayefs und Schwanthalers empfahl

er sich in allen jenen Kreisen, die damals auf dem Gebiete der Kunst sowohl

 beim Hofe als beim Ministerium massgebend waren. Dabei war er

als ein fleissiger, tüchtiger und sehr anständiger Künstler bekannt, weshalb

 man ihm von allen Seiten ein grosses Vertrauen entgegenbrachte. In

jener Zeit war Graf Franz Thun Referent für Kunstangelegenheiten im

Unterrichtsministerium, der selbst seinen ganzen Kunstneigungen nach an

dem Standpunkte der Münchener Kunstanscbauungen festhielt. Graf Franz

Thun bemühte sich auch, den monumentalen Erzguss in Oesterreich zu

heben, denn es ist ja bekannt, dass damals in Oesterreich keine Erzgiesserei

bestand, welche den Anforderungen der Kunst vollkommen zu entsprechen

in der Lage gewesen wäre. Man war eintretenden Falls genöthigt, einen

Erzguss entweder in München, Nürnberg oder Lauchhamrner anfertigen

zu lassen. Es wurde daher vom Unterrichtsministerium die Gründung

einer kaiserlichen Erzgiesserei in Antrag gebracht und auch vorn Kaiser

genehmigt. Man hatte damit einen doppelten Zweck erreicht, nämlich:

i. einen Mann wie Fernkorn beschäftigt, der vollkommen geeignet war

eine solche Anstalt zu leiten und der die zu einer solchen Stelle nöthigen

künstlerischen, mechanischen und technischen Fähigkeiten in sich vereinigte

 und 2. dass durch die Gründung einer solchen Erzgiesserei ein

wichtiger Kunstzweig in Oesterreich neu belebt wurde. Im Jahre 1853

erhielt Fernkorn vom Kaiser den Auftrag, das Reitermonument des Erzherzog

 Carl zu entwerfen, das auch im Jahre 1859 enthüllt wurde. In

jener Zeit hatte er schon das Kopal-Denkmal in Znaim, den colossalen

Löwen auf dem Friedhofe in Aspern, den Brunnen im Bankgebäude (nach

dem Entwürfe FerstePs) und das Ressel-Monument in den Gartenanlagen

vor dem polytechnischen Institute ausgeführt. Ansserdem verfertigte er

eine hübsche Gruppe: "Hagen versenkt den Schatz der Nibelungen im
            
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