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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 218)

eingearbeitete Borte als Aermelbesatz. Diese in technischer Beziehung

zart ausgeführten Gobelinwerke enthalten äusserst merkwürdige

figurale Darstellungen: Spange und Aermelbesatz, beide roth grundirt,

enthalten laufende Löwen (deren gelbe Mähnen sich von dem licht

gehaltenen Körper abheben) rhythmisch abwechselnd mit nackten,

nur eine Kopfbedeckung tragenden Schwimmerfiguren, welche aufgeblasene

 Bockshäute mit den ausgespreitzten Armen vor sich

umfassend, im Wasser schwimmen. Das letztere ist durch lichtblaue

(grün gewordene) Wellenlinien, welche die Figur vollständig einschliessen,

 angedeutet. (Eine rohere Darstellung s. an Nr. 391.) Die

Achseltabula (Nr. 4x7) zeigt auf rothem Fond innerhalb eines Rundmedaillons

 als Mittelstück, eine rechtshin sitzende Amorette, welche

eine Schale in den Händen hält. In den vier Ecken der tabula

erscheinen auf grünen Rundschildern die vorhin beschriebenen

Löwenfiguren. An dem Halsbesatz ist nur mehr das Bruchstück

eines geflügelten Genius zu sehen.

Die Schwimmer-Darstellung weist uns in die Tigrisländer; denn dort allein

pflegte man in solcher Weise den Strom zu übersetzen. Wir Enden nämlich ganz

dieselbe Art des Schwimmens nicht nur auf den altassyrischen Sculpturen dargestellt,

 sondern die Bauern übersetzen den Tigris auch heute noch genau in

derselben Weise, wie man es vor ein paar Jahrtausenden zu thun pflegte. Diese

Gobelinwerke sind somit als persisch zu erklären (s. Anm. zu Nr. 400-401)

und konnten wohl auch auf dem Wege des Exportes aus Persien nach Aegypten

gelangt sein.

419. Bruchstück einer prächtig verzierten Leinentunica. Der feine Gobelinschmuck

 hat sich noch in der Brustspange (s. Nr. 124.) und dem

vollständigen angustus clavus (s. Anm. zu Nr. 216) erhalten. Das

Motiv der rothgrundirten Gobelins bilden zierlich ornamentirte Vasen

und Schalen, welche gruppenweise durch die aus ihnen wachsenden

 und sich verschlingenden Weinranken unter einander verbunden,

von Adlerf-iguren unterbrochen werden. In den beiden clauus-Stücken

 dient dieselbe Ornamentik als Füllung der breiten viereckigen

 Bordüre, während ihre lnnentläche durch ein Rundmedaillon

ausgefüllt ist, in welchem Zechende dargestellt sind, über deren

Häuptern zwei schwebende Genien eine mit Früchten und Blumen

gefüllte Schale halten. Alter Stil.

420. Bruchstück einer kurzärmeligen Tunica aus feinstem uni-gestreiften

Linnen. Dasselbe zeigt noch Spuren einer Spange (s. Nr. x24) und

des Aermelbesatzes. Fast wohlerhalten ist hingegen eine aufgenähte

grosse viereckige Achseltabula. Dieselbe enthält in einem runden

Mittelstück zwei knieende Amoretten, darüber eine ruhende männliche

 Figur. Rundherum reihen sich Kreise aneinander, die abwechselnd

 Krieger- und Löwenliguren enthalten. Sämrntliche f-igurale

Darstellungen erscheinen in Purpur.
            
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