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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 148)

Gründlichkeit des Forschers mit der freien, grossen Weltanschauung des Humanisten und

dem Feinsinn des Aesthetikers. So sind seine -Cultur der Renaissanceu und seine 1G:-schichte

 der Renaissance" (Architektur) klassische Bücher im vollsten Sinne des Wortes.

Beide erscheinen nun in neuer Ausgabe; die des ersteren von S. Geiger besorgt, die des

letzteren von dem Verfasser selbst. Die "Geschichte der Renaissance-A ist in der neuen

Ausgabe herausgehoben aus dem Verbande der Fortsetzung der Kuglefschen Geschichte

der Baukunst; das ist besonders erfreulich, weil wir damit Burckhardfs Werk erst in

seiner ganzen Eigenart kennen lernen. Die früheren Angaben hat Burclthardt revidirt,

die Quellenhinweise sind zahlreicher geworden, so z. B. gleich im i. Capitel: der monumentale

 Sinn der italienischen Architektur. Das Format ist grosser, der Druck schöner,

die Abbildungen bedeutend vermehrt worden. Sobald diese neue Ausgabe vollständig erschienen,

 werden wir aufdas Werk zurückkommen und seine eigenartige Stellung in unserer

kunstgeschichtlichen Literatur eingehend beleuchten.

P. Villari: Niccolo Macchiavelli e i suoi tempi, illustrati con

nuovi documenti. Vol. I. Firenze, Successori Le Monnier, t877. (Deutsch

von Bernhard Mangold. Leipzig, H. Hartung St Sohn, i8Z7.)

Dieser erste Band führt das Leben des Macchiavelli bis zum Jahre i o7. Die Einleitung

 füllt dreihundert Seiten; sie gibt eine Geschichte des Humanismus bis zu Macchiavelli.

 Die Strömungen innerhalb desselben werden auch hier nicht gesondert und charakterisirt;

 die locale Gruppirung verwirrt eher, als dass sie die Uebersicht erleichterte.

Herzliche Freude aber macht es, einem durchaus selbstständigen Urtheil zu begegnen,

nicht der steten Wiederholung von Tiraboschi oder Voigt. Wird unsere persönliche

Neigung durch die Herbheit desselben nicht selten verletzt, so ist der Fremde doch am

wenigsten befugt, dagegen Einsprache zu thun. Die geistige Selbstständigkeit, eine Selbstständigkeit

 aber, die nicht in subjectiver Caprice, sondern in gründlicher und umfassender

Quellenkenntniss ihren Ursprung hat, bekundet sich auch in der Darstellung des Lebens

Macchiavellfs. Trotz der zahlreichen Publicationen über Macchiavelli, an welchen die

Gegenwart so reich ist. bringt Villari doch manches höchst bedeutsame Document zum

ersten Male an das Licht. Soweit der erste Band ein Urtheil gestattet, wird man Villari's

 Macchiavelli zu den besten historischen Leistungen zahlen müssen, welche die Gegenwart

 aufzuweisen hat. Umfassendes Quellenmaterial, gründliche Herrschaft über dasselbe,

 warrne lebensvolle Darstellung finden sich nicht oft in solcher Vereinigung wie hier,

Jaennicke, Friedrich: Grundriss der Keramik in Bezug auf das

Kunstgewerbe. Eine historische Darstellung ihres Entwickelungsganges

in Europa, dem Orient und Ostasien von den ältesten Zeiten bis auf

die Gegenwart. Ein zuverlässiger Führer flir Kunstfreunde, Sammler,

Fabrikanten, Modelleure und Gewerbeschulen, wie auch als Ergänzung

zur Kunstgeschichte. Mit circa 400 Holzschnitten und über 2500 Marken

und Monogrammen. Stuttgart, Verlag von Paul Neff. i. Licfg.

Was mit dem Werke beabsichtigt ist, wird in dem ausführlichen Titel ziemlich

klar angedeutet und die in der vorliegenden Lieferung enthaltene Uebersicht der keramis'hen

 Literatur beweist am besten, dass Jaennicke's Buch in der That eine auffallende

Lüc f in der deutschen Literatur dieses Faches ausfüllt, und darum begrüssen wir sein

Erscheinen mit wahrer Freude. Doch wird erst die weitere Fortführung des Werkes uns

darüber belehren, ob wir mit gleicher Zuversicht wie Herr Jaennicke selbst es aussprechen

 dürfen, dass wwer ein feiner Kenner werden will, es in erster Linie nicht versäumen

 soll, sich mit dem Inhalte dieses Buches möglichst vertraut zu machen.-"Echou.

 Centralorgan für Glas-, Porcellan- und Thonwaaren-Industrie.

Eigenthüiner und Herausgeber Josef Kaufm an n, unter Mitwirkung der

Herren Proff. C. H. Knoll, Dr. Hellbrunn und Ingenieur Luksch.

Beginnend mit dem i5. November, erscheinen von dieser neuen Zeitschrift monatlich

 zwei Nummern, und da es bisher für die betreffenden Kreise von Industriellen -

abgesehen von der Berliner Thonindustrie-Zeitung - in der That an einem Fachblatte

gebrach, ein solches aber unstreitig sehr wünschenswerth ist, so liegt es wohl ganz in der

Hand der Herausgeber, ihrem Unternehmen durch gediegene Arbeiten freundliche Aufnahme

 und weitere Verbreitung zu sichern.

Quellenschriften für Kunstgeschichte etc., herausgegeben von

R. v. Eitelberger. (Wien, W. Braumüller.)

In Kurzem erscheint der XIII. Band der -Quellenschriften-, enthaltend das Buch

der Malerzeche in Prag, herausgegeben von Dr. Matthias Pangerl mit Beitragen von


            
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