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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 173)

den nächstfolgenden Jahren bedrohen; er wollte insbesondere seine Kräfte

für die Sommer-Ausstellung in der Prater-Rotunde aufsparen; die Herren

von der Bronze-Gesellschaft haben uns erst mit einer glänzenden Ausstellung

 erfreut gehabt und warten, bis sich Neues zu würdigem Erscheinen

wieder gesammelt hat. Dieser oder Jener hat sich mit allzu viel Arbeit

entschuldigt, eine Entschuldigung, die sich von allen immer am besten

hört. Statt deren sind neue Namen gekommen, Firmen insbesondere aus

den Kronländern oder Wiener Firmen, welche von dem steigenden Rufe

dieser Ausstellung mitgeniessen wollen, Namen in mindestens gleicher Zahl

der Ausgebliebenen. Mehr denn zweihundertfünfzig Aussteller, die Spätlinge

 mitgerechnet, hatten sich gemeldet, und etwa zweihundert, gerade

so viele wie voriges Jahr, sind nach freiwilligem Ausbleiben oder nach

dem Ausscheiden durch die Jury noch in den Sälen des Museums vertreten.

Das Bild, das die Weihnachts-Ausstellung darbietet, ist daher vielfach

 ein anderes, aber durchaus kein schlechteres als in früheren Jahren,

vielmehr geht das Urtheil des Publicums, wenn wir es richtig interpretiren,

 dahin, dass die Ausstellung dieses Jahres ihre fünf Vorgänger übertreffe,

 kurzum die beste sei. Können wir selbst dieses Urtheil auch nur cum

grano salis, mit starken Ausnahmen, zugeben, so ist es doch richtig, dass

die Ausstellung viel Hübsches enthält und dass sie viel neues und frisches

Leben darbietet und beweist, dass die ausgestreute Saat fortfährt, gute

Früchte zu tragen. Wir meinen damit vorzugsweise jene Gegenstände,

welche aus den Kronländern gekommen sind,

Das Urtheil wird gleich beim Eintritte in die grosse Halle günstig

gefangen genommen und zwar durch den Blick auf die oberen Arcaden,

welche Herr Karl Giani mit seinen Prachtstoffen in freier und reicher

Drapirung höchst wirkungsvoll geschmückt hat. Der Anblick versetzt uns

in antike Zeiten, in das Haus, in den Palast der Alten, die von solchen

Gehängen und Behängen zwischen Säulen und Arcaden einen so grossartigen

 Gebrauch machten, von dem wir wohl lesen, von dem uns aber

die Vorstellung fehlt. Aehnlich geschah es in den besten Zeiten der Renaissance.

 Hier an dieser gelungenen Decoration in der feinen Architektur

des Areadenhofes können wir uns ganz gut eine Vorstellung machen, ja

wir können einen wirklichen Kunstgenuss haben, wenn wir uns gegenüberstellen

 und die Wirkung beobachten, welche durch die Architektur,

durch die Gewebe, durch die zierliche Malerei der Gewölbe und durch

das farbige Lichterspiel der gemalten Fenster über der; Stiege zugleich

hervorgebracht wird.

Unter die Arcaden zwischen die Draperien ist eine Anzahl Lustres

und Laternen von geschmiedetem, zum Theile vergoldetem Eisen gehängt

worden, Arbeiten aus den Werkstätten von V. Gillar. Diese Gegenstände,

 wenigstens einzelne von ihnen, hängen hier vielleicht nicht allzu

günstig weder für sich selbst, noch für den Gesammtanblick, aber sie

zeigen in bewundernswürdiger Weise, bis zu welcher Höhe sich dieser
            
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